Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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und Strömungen innerhalb der Bevölkerung Palästinas in einem ungetrübten Spiegel zu sehen, und rückt dadurch das bewegte Leben des Landes in unsere unmittelbare Nähe. Die Presse-Revue ergänzt den Ueberblick, den wir so von Erez Israel empfangen, das Bild von der öffentlichen Meinung des Landes, wirkungsvoll dadurch, daß sie gleichzeitig auch die wichtigsten Meinungsäußerungen der zionistischen Presse in der Diaspora in Uebersetzungen und Auszügen wiedergibt. Ich glaube also, daß derjenige, der diese Presse-Revue regelmäßig liest, ein vollständiges, ungeschminktes Bild von der öffentlichen Meinung im Zionismus selbst und in der Bevölkerung Erez Israels erhält. Ich kann allen Bundesbrüdern, denen es wirklich ernst ist um die Gewinnung einer eigenen politischen Meinung, nur aufrichtig und dringend empfehlen, sich der Lektüre der Presse-Revue hierzu zu bedienen. Ich habe erwähnt, daß die Presse-Revue bereits im vierten Jahre ihres Erscheinens steht, und ich kann nur meiner Verwunderung Ausdruck geben, wie wenig bekannt nach meiner Erfahrung dieses beste Informationsmittel über das Leben in Palästina und im Zionismus in unseren Kreisen ist. Einen Einwand gegen diese Empfehlung einer neuen Möglichkeit, sich zu informieren, erwarte ich bestimmt nicht: den nämlich, daß die Ausgaben für zionistische Zwecke bereits so groß seien, daß es für die Aufwendung neuer Mittel nicht mehr reiche. Die Presse-Revue kostet jährlich nur 10,— RM, ein Betrag, der sicherlich in keinem Verhältnis steht zu dem, was sie uns zu bieten vermag, bestimmt aber nicht das übersteigt, was noch jeder von uns für seine zionistische Bildung auszugeben imstande ist. Ich verweise im übrigen auf das Inserat in dieser Nummer des J.St. Georg Herlitz. * Der neue „Ruppin" Ruppins „Juden der Gegenwart" — oder wie es kurz genannt wurde: „der Ruppin" — war vor dem Kriege die Basis unseres Tendenzunterrichtes. Es hat wohl nicht viele B.J.C.er und K.Z.V.er gegeben, die es nicht besaßen und, freiwillig oder gezwungen, immer wieder einmal hineingesehen haben. Daß dieses Werk, das bei Erscheinen durch seine Neuartigkeit großes Aufsehen erregte, inzwischen trotz mehrerer Neuauflagen veraltet ist, hat sich für unsere Erziehung als großer Nachteil erwiesen. Nun soll es als „Soziologie der Juden" in neuer, zweibändiger Gestalt wieder erscheinen. Der erste Band wird für Juni, der zweite für Dezember angekündigt. Der erste Band behandelt „Die soziale Struktur der Juden", der zweite ist „Der Kampf der Juden um ihre Zukunft" betitelt. Man kann nur hoffen, daß das neue Werk Arthur Ruppins für das Kartell wieder „der Ruppin" werden wird. * ,Der Junge Jude". Vor mir liegen die beiden ersten Hefte des Jahrgangs 1930 der Zeitschrift „Der Junge Jude"* Als diese Zweimonatsschrift 1928 zu erscheinen begann*), war ich skeptisch. Es ist schwer, in dieser Zeit eine jungjüdische, ^Administration: Berlin W 15, Meinekestraße 10. 14