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Der jüdische Student · 1930-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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noch dazu eine zionistisch-sozialistische Zeitschrift herauszubringen, die mehr ist als eine Sammlung von politisch-ideologischen Bekenntnissen und mehr oder weniger geistvollen Abgrenzungsformulierungen. „Der Junge Jude" ist mehr. Die beiden ersten Jahrgänge zeigen eine zielbewußte Redaktionsführung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den lebendigen Zionismus junger sozialistischer Juden darzustellen, diesen jungen Menschen in ihrem Bemühen um Gestaltung eines Weltbildes zu helfen, Zionismus und Sozialismus schöpferisch zu vereinen. Die beiden neuesten Hefte versprechen, daß der dritte Jahrgang sich seinen Vorgängern ebenbürtig erweisen wird. Im ersten Heft wird das Vorwort zu Beilinsons Broschüre „Zum jüdischarabischen Problem" gebracht; es folgt ein Auszug aus Kaznelsons Rede in der Fraktionssitzung der Hitachduth vor dem Jenaer Delegiertentag; als erster Originalartikel knüpft sich daran eine Aeußerung des belgischen Sozialistenführers Emile Vandervelde. Man mag zweifeln, ob derartige Aeußerungen prominenter „Genossen", deren Wert nur darin besteht, daß sie eben von Genossen verfaßt wurden, dem Sinn dieser Zeitschrift gemäß sind. Viel steht nicht drin, und als Sympathieerklärungen wirken sie nicht unbedingt erfreulich für ein etwas feiner hörendes jüdisches Ohr, Besonders kraß wirkt so ein Aufsatz in dem Zusammenhang, in dem er dort steht: zwischen den erwähnten Ausführungen Kaznelsons und zwei knappen, blutvollen Skizzen aus Erez Israel. — Dem Kinderhaus Kowno ist ein Bericht von Dr. Hans Iubinski gewidmet. In einem „Isolierung" überschrieb enen Aufsatz des Kadimahführers Walter Mecklenburg und in einer interessanten Untersuchung, die der Herausgeber der Zeitschrift, Georg Iubinski, über den „Pädagogischen Gehalt der Zielsetzungen der jüdischen Jugendbewegung" anstellt, werden aktuelle Probleme der zionistischen Jugendbewegung in Deutschland abgehandelt. Das reichhaltige Heft wird durch einen sehr instruktiven Abschnitt „Aus der Bewegung", eine Palästina-Umschau, Buchbesprechungen und Berichte über zionistische Tagungen beschlossen. Die zweite Nummer behandelt in erster Linie die Vereinigung der beiden palästinensischen Arbeiterparteien. Ein Abschnitt eines Aufsatzes, den Ch. N. Brenner schon 1920 zu dieser Frage schrieb, leitet ein. Die Problematik und den Sinn des Zusammenschlusses behandelt Beilinson, während E. Liebenstein in einem Aufsatz „Stufen der Vereinigung" einen kurzen geschichtlichen Rückblick gibt. Dem Tode Franz Rosenzweigs ist ein Aufsatz Ernst Moosbachers vom Aelterenbund der Kameraden gewidmet. Das auch im K.J.V. brennende Problem der Abgrenzung des sozialistischen Zionismus nach links untersucht Georg Iubinski innerhalb des J.J.W.B. durch eine „Abgrenzung" betitelte Untersuchung. Die Unmittelbarkeit Palästinas, die uns im Galuth kaum nahegebracht werden kann, wird durch zwei wichtige Abschnitte des Heftes heraufbeschworen: „Arbeiterinnen sprechen" (ein Auszug aus dem Sammelwerk „Diwre Poaloth") und durch die Gedichte „Die Kette der Tänze" und „Begeisterung" aus Iamdans „Massadah". Zum Schluß wieder eine Palästina-Umschau und ein Ueberblick über die Bewegung. 3* 15

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