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Der jüdische Student · 1930-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Mandat herum, darüber kann die hektische Liebenswürdigkeit Amerys nicht hinwegtäuschen. Denn Worte sind billig wie Brombeeren, und die englische. Politik will nach ihren Taten beurteilt sein. * „Ein Volk von Gentlemen." „Die Engländer sind ein Volk von Gentlemen. Gentlemen halten ihr Wort. Ausgeschlossen, daß sich ein englischer Beamter oder Minister erhebt und erklärt: Mein Versprechen, meine Unterschrift ist nichtig, und die Balfourdeklaration ist ein Fetzen Papier. Solchen Unsinn machten die Deutschen einmal, und sie haben sich dabei die Hände verbrannt. Das Kolonialamt ist sich dessen wohl bewußt. Dagegen kann man einen Bericht einer Untersuchungskommission schreiben lassen. Dieser Bericht wirft einen Schatten auf das Befreiungswerk des jüdischen Volkes in seinem Lande, er beschuldigt es, die Araber zu entwurzeln, zu bedrücken und ihre Rechte zu verkürzen, denn so haben es die Freunde des Arabervolkes und seine Unterdrücker beeidet. Und man kann, nach dem Vorschlage Seiner Majestät, den Bericht eines Sachverständigen vorlegen, der beweist, daß dieses Land schon besetzt ist, daß in Hule kein Platz für eine neue An- Siedlung ist, denn in seinen Sümpfen herrscht die Schwerindustrie der Rohrmatten, im Emek Jisreel die Ziegenweide, in Scharon die Durrha, die öden Sümpfe sind schon besiedelt von fluchbringenden Mücken und die Dünen von den Vögeln des Himmels. Der erfolgreiche Versuch aber, die Sümpfe auszutrocknen, die Dünen zu besiedeln, den Ackerbau zu vervollkommnen, den Ertrag des Bodens zu vergrößern, Industrie und Handel zu schaffen, neue Städte zu bauen, die Naturschätze zu heben, die Wasserkraft in Elektrizität umzuwandeln und für Bewässerung auszunutzen, Institute für Wissenschaft und Hygiene zu errichten, — dieser Versuch ändert den Status quo und das Gepräge des Landes und seiner Bevölkerung. Und die Gentlemen, die von dem Kolonialamt aus über Völker und Länder regieren, werden sagen: die Balfourdeklaration bleibt auf ewig bestehen, das Mandat wird nicht geändert, für die nationale Heimstätte der Juden sind wir die Bürgen, aber für neue Siedlung — ist nach dem Urteil der Sachverständigen kein Platz da, eine weitere Einwanderung kann das> Land, nach Gutachten der Wissenschaft, nicht aufnehmen.---" (David ben Gurion in einer Versammlung der palästinensischen Arbeiterpartei.) * Haben wir das nötig? „Ihr Herrscher über dem mächtigen britischen Reich, in welchem die Sonne nicht untergeht, was plant ihr? Plant ihr, das Henkerbeil an die schöpferische Wurzel des kleinen, machtlosen, leidenden, unter alle Völker verstreuten jüdischen Volkes zu legen?" So reagiert der „Dawar" auf die Einwanderungssperre. Wozu dieses^ hohle Pathos? Auf wen glaubt der „Dawar" damit Eindruck zu machen? Auf die Engländer etwa? Die reagieren — wenigstens, soweit sie die Politik, des British Empire machen —, auf Realitäten und nicht auf eine journali- 8

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