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Der jüdische Student · 1930-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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«tische Rethorik, die selbst einen schottischen Puritaner kalt läßt. Wir sind unter alle Völker verstreut. Aber sind wir darum ein kleines Volk? Wir sind es nicht: ein 15 Millionen-Volk, wie das jüdische, ist kein kleines Volk. Sind wir ein machtloses Volk? Im territorialen Sinne gewiß. Aber der Mangel eines eigenen Territoriums mit Heer und Steuergewalt braucht nicht Machtlosigkeit zu bedeuten. Vielleicht sogar das Gegenteil. Die Balfour- Deklaration wurde nicht um der schönen Augen des jüdischen Volkes willen gegeben. Sie war ein Bündnisangebot an das jüdische Volk im allgemeinen war die Anerkennung, daß ein Volk ohne Land nicht gleichzeitig auch ein und das amerikanische Judentum im besonderen. Die Balfour-Deklaration machtloses Volk zu sein braucht. Warum also dieser weinerliche, selbstquälerische Ton des „Dawar"? Man braucht nicht mit dem „Doar Hajom" in der Art übereinzustimmen, wie er auf die jüngsten Vorgänge reagiert, aber sicher ist, daß unser Heil gegenüber England in seiner Vorstellung von der Stärke und Geschlossenheit des jüdischen Volkes liegt. Wir sind keine Hunde, die kuschen und winseln, und von „dem mächtigen britischen Reich, in welchem die Sonne nicht untergeht" zu sprechen, ist in diesem Augenblicke mindestens nicht ganz am Platze — besonders, wenn eine solche Charakteristik nur dazu dient, zu zeigen, was wir doch im Grunde für ein jämmerliches Völkchen sind. Wir sind es nicht, und wären wir es, so hätten wir in diesem Augenblicke am wenigsten Veranlassung, es der Welt unter die Nase zu halten. * Die arabischen Parteien in Palästina Im „Hasman" vom 6. März gibt Abraham Elmaliach einen Ueberblick über die abarischen Parteien in Palästina, von denen er sagt, sie seien — ebenso wie die ihnen zur Verfügung stehenden Zeitungen — weit mehr Familiengruppierungen als durch sachliche Programme geschiedene politische Parteien. Der Verfasser unterscheidet folgende acht Parteigruppen: 1. die Arabische Executive mit Musa Kazim Pascha, dem sich neuerdings auch Naschaschibi aus Haß gegen den Mufti angeschlossen hat; 2. die von Omar Effendi el Bitar geführte Gruppe der mit der Arabischen Executive nicht zufriedenen Familien; 3. die sogenannte religiöse Partei unter Führung von Scheich Assad aus Akko mit den Unzufriedenen aus Samaria und Untergaliläa; 4. die extreme Partei Hamdi el Husseinis, die weder England noch Mandat, weder die Familien noch die Juden will; 5. die sogenannte gemäßigte Partei mit Chassan Zidki Dajani, die eine Verständigung mit England sucht und dem Mandat für eine gewisse Zeit zustimmt; 6. die projüdische Partei, die ein mohammedanisch-jüdisches und nicht mohammedanisch-christliches Zusammengehen wünscht und an deren Spitze Mahmud Tavil steht; 9

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