Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum ersten Male wurde das Turnen streng durchgeführt. Sämtliche Bundesbrüder turnten einen Abend in der Woche im Bar Kochba. Einen verhältnismäßig großen Raum nahm die Außenarbeit ein. Der Bar Kochba wird von unseren Bundesbrüdern geleitet, in der Kadimah arbeitet als Führer ein K. J. V.er, der der Verbindung für die Entwicklung des Bundes verantwortlich ist. An der Arbeit des von uns gegründeten Jugendvereins IJtt, dem zionistisch sonst nicht erfaßte Jugendliche von 16 Jahren an angehören, beteiligten sich eine Reihe von Bundesbrüdern. In der Liga für das arbeitende Palästina spielen einige K. J. V.er eine führende Rolle. Selbstverständlich waren auch an den Veranstaltungen der Ortsgruppe, die für die Verbindung offiziell sind, Bundesbrüder beteiligt. Daneben feierten wir einige gesellschaftliche Veranstaltungen, in denen wir mit der zionistischen Gesellschaft zusammenkamen, so vor allem ein Sylvesterfest. Unseren Stiftungstag begingen wir mit einem kleinen Fest, bei dem A. H. Blumenfeld anwesend war. Allerdings zeigte sich gerade bei diesen Gelegenheiten, wie sehr uns noch ein einheitlicher Lebensstil, der dann auch unser geselliges Leben bestimmen müßte, fehlt. Ein kritischer Gesamtüberblick zeigt, daß das Programm zwar voll durchgeführt wurde; trotzdem aber bleibt festzustellen, daß das Ziel noch lange nicht erreicht ist. Es hängt schließlich in weitestem Maße von der Intensität und Spontanität der einzelnen Menschen ab, ob der Kreis der Bundesbrüder sich in eine alles umfassende Gemeinschaft formt, die von einem starken Palästinawillen belebt, sich als integrierender Bestandteil des jüdischen Volkes und al9 Träger der zionistischen Verwirklichung empfindet. Das ist durch ein Programm nicht zu forcieren, aber solange dies Ziel nicht erreicht ist, kann von einem guten Semester nicht wohl die Rede sein. Kurt Winter. Liste der neuaufgenommenen Bundesbrüder: Abrahamsohn, Nachmannsohn, Artur Glücksohn, Walter Groß, Paul Jakoby, Keidansky, Dr. Levy, Werner Leß, Rudi Rudberg, Kurt Schelasnitzki, Heinz Schreiber, Max Ziemels. V. J. St. „Ivria"- Heidelberg. E9 ist zum ersten Male wieder seit langem möglich gewesen, auch im Winter einen regelmäßigen Verbindungsbetrieb aufrechtzuerhalten. Wir begannen die Arbeit mit 10 Aktiven. Die Keilaussichten waren in Heidelberg als Sommeruniversität naturgemäß gering; wir haben eine Rezeption zu verzeichnen. Da wir ohne führende Aeltere waren, beschlossen wir, die Hauptarbeit in kleineren Arbeitsgemeinschaften zu leisten. Diese schon im Sommer eingeführte Einrichtung hat sich weiter bewährt und uns eine gründliche Auseinandersetzung mit ideologischen und tagespolitischen Fragen ermöglicht. Eine wesentliche Aufgabe des Semesters war, den Zusammenhang mit der Altherrenschaft intensiver zu gestalten. Ein Ergebnis dieser Bemühungen war eine Reihe von Vorträgen (Geschichte des K. J. V., jüdische 80