Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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mühungen um einen Lehrer waren bisher fruchtlos und wir werden int nächsten Semester versuchen, durch Selbstunterricht hebräisch zu lernen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn das Präsidium geeignete Lehrmittel nachweisen würde. Mitte des Semesters fand in Verbindung mit unserem 28. Stiftungsfest der diesjährige General-Konvent statt. Bei dieser Gelegenheit konnten wir zum ersten Male die neue Leipziger Aktivitas bei uns begrüßen. Wir hoffen durch sie in engeren Konnex mit dem Kartell zu kommen. Von den fünf jüdischen Studenten, die in diesem Semester nach Kothen kamen, meldeten sich zwei aktiv, einer wurde besonderer Umstände halber als O. V. S. aufgenommen und einer wird noch gekeilt. Trotzdem in diesem Semester von 15 Bundesbrüdern 4 fortgehen, hoffen wir im Sommer unsere Arbeit steigern zu können. Ernst Wert he im. Sport -V. J. St. Berlin. Wir begannen unsere Arbeit mit einer recht starken Aktivitas, die im Laufe des Semesters dank den 4 Rezeptionen die Zahl 29 {davon 5 Inaktive) erreichte. Wir hatten am Anfang mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen wie im vorigen Semester: das Fehlen eines! verantwortlichen Kreises, die weitgehenden Differenzen unter den alteren Burschen erschwerten die einheitliche Durchführung irgendeines Arbeitsprogramms. Erst Mitte des Semesters gelang es, eine einheitliche Linie für die Arbeit aufzustellen. Der andere große Mangel des Sport-V. J. St., das Fehlen der Leibfamilien, wurde weitgehend kompensiert, dal sich sehr bald in der Aktivitas Kreise bildeten, die die Aufgabe der Leibfamilien übernahmen und1 einen starken persönlichen Konnex unter uns ausbildeten. Dagegen mißlang es uns vollständig, die Alten Herren und die Inaktiven für unsere Arbeit auch nur im geringsten Maße heranzuziehen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag, wie auch1 bereits im vorigen Semester, in den hebräischen Kursen. Sämtliche Kurse wurden von Bundesbrüdern unserer Verbindung geleitet. Die Kurse hatten bei uns nicht das Aussehen einer Unterrichtsstunde, sondern selbst im Anfängerkurs, die Form einer lebendigen Verbindungsveranstaltung, die ungemein erzieherisch und gemeinschaftsbildend war und nicht wenig zur Bildung der obenerwähnten Kreise beitrug. Wir hatten gemeinsam mit der Maccabaea ein 14tägiges Seminar unter Leitung von Bbr. Kanowitz über „Zionistische Zeit- und Streitfragen", sowie 14tägigen Fuchsenkurs unter Leitung von A. H. Reuß. Außerdem fanden recht häufig Veranstaltungen, die nicht systematisiert waren, statt. (Delegiertentagsbericht, ein Ausspracheabend mit Blumenfeld usw.). Inoffizielle Veranstaltungen geselliger Art waren sehr häufig. Das Turnen, das wir in der ersten Hälfte des Semesters regelmäßig durchführten, wurde, da es das Programm sehr überlastete, fallen gelassen. Außenarbeit irgendwelcher Art ist vom Sport-V. J. St. in diesem Semester nicht geleistet. M i c h 1 a S e g a 11. 78