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Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 76)
Language
German
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Semesierberichie. V. J. St. „Hasmonaea^ Breslau. Der Beginn des Wintersemesters stand schon unter dem Eindruck des 30 jährigen Stiftungsfestes des V. J. St. Hasmonaea, das dann auch) Gelegenheit bot, wieder einmal mit allen Alten Herren und Bundesbrüdern beisammen zu sein. Die Feier hat *uifsere Erwartungen nicht enttäuscht; das Interesse, das uns zu diesem Anlaß von allen Seiten entgegengebracht wurde, ließ auf die Sympathien schließen, deren sich das K. J. V. in Breslau vor allem in zionistischen Kreisen, ebenso aber auch bei der Gemeinde und der Universität erfreut. Wie bei der Jubiläumsfeier alle K. J. V.er gemeinsame Arbeit leisteten, so ging auch unsere Absicht dahin, mit der» Zephirah im besten Einvernehmen zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit zu kommen. Jedoch sind wir in dieser Frage über die Anfänge des* Sommersemesters noch nicht hinausgekommen, so daß unser Stand noch immer ist: Weitreichendes Zusammengehen in der Bildungsarbeit, gemeinsame Referate, aber getrennte Fuchsenstunden. Auch die Konvente sind getrennt; es sollte zwar unseren fortgesetzten Bemühungen mit der Zeit gelingen, die Fusion der beiden Verbindungen zu vervollständigen. Zur Führung der Arbeit der Hasmonaea wählte der Antrittskonvent zu Chargierten: Lothar Rothschild, Leo Königshoefer, Curt Steinitz. Auf der Berliner Erstchargiertentagung war die Verbindung durch den Erstchargierten vertreten, der immerhin dadurch einen näheren Einblick in die Lage des Kartells bekam, «obwohl die Tagung nicht als gelungen bezeichnet werden kann. Es besteht allgemein im Kartell eine gewisse Schwäche, die als Uebergangserscheinung zu werten ist, nämlich von den Formen des alten Kartells zu einer eventuellen spezifischen Neuformung, als eine Uebergangszeit ohne eine für das Kartell besonders charakteristische Form. Das erschwert die gegenwärtige Arbeit sehr, die übrigens in fast allen Verbindungen durch Interesselosigkeit mehrerer Bundesbrüder empfindlich belastet wird. Es gelang uns in diesem Semester nicht, der Interesse- oder Lustlosigkeit vollständig beizukommen, an Bemühungen jedoch, jeden einzelnen Bundesbruder eng in den Rahmen der Verbindung einzubeziehen, hat es nicht gefehlt. In Fortsetzung der Arbeit des Sommersemesters ließen wir es uns angelegen sein, die Keilarbeit auf die Primaner auszudehnen, die zwar noch nicht alle Zionisten sind, jedoch dem Zionismus, oder zumindest dem Palästina-Gedanken nahe stehen. In diesem Rahmen fanden z. B. Referate über die jüdische Minderheitenfrage und die jüdische Politik im Rahmen des englischen Weltreichs statt. Neben der innerzionistischen Auseinandersetzung, in der wir vor allem die Fragen um den Jenaer Delegiertentag besprachen, beabsichtigten wir, in einem Kursus Bewegungen zu behandeln, die die gegenwärtige Judenheit beschäftigen, wie Liberalismus und Sozialismus. Der Kurs über Sozialismus mußte für dieses Semester unterbleiben, mit dem Liberalismus beschäftigten wir uns an zwei Abenden, wobei besonders das Rosenzweig-Referat von A. H. Prager, einem persönlichen Freunde Rosenzweigs, wegen seiner tiefen Wirkung hervorgehoben zu werden verdient. Trotz der Bemühungen, mit der die Keil- * 76

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