Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilung des Werberessorts. Wir stehen vor dem für den Erfolg der Werbearbeit des ganzen Jahresausschlaggebenden Somanersemester. In den nächsten Wochen und Monaten muß das Kartell seine gesamten Kräfte auf diese Arbeit konzentrieren. Abgesehen davon, daß die Sicherung regelmäßigen Nachwuchses für uns selbst eine Lebensfrage ist, liegt in der Proj>agandaarbeit eine der vornehmsten zionistischen Aufgaben des Kartells* Ich weise in folgendem auf einige organisatorische Vorbedingungen hin, die für einen Erfolg erforderlich sind: 1. Jeder Bundesbruder ist verpflichtet, uns die Namen der ihm bekannten Keilfüchse mit näheren Angaben (Studium, Studienort, Abreise in das Semester, jüdische Einstellung) mitzuteilen. Darüber hinaus müssen an Orten, an denen keine Verbindungen bestehen, die ortsansässigen Bundesbrüder (Alte Herren, in den Ferien an den Heimatorten weilende Aktive) die Namen der jüdischen Abiturienten, auch die der näheren Umgebung, feststellen und uns mit näheren Angaben (siehe oben) umgehend mitteilen, damit wir sie den einzelnen Verbindungen weitergeben können. Es wird Aufgabe des Werberessorts sein, die Werbebezirke neu zu organisieren, damit in Zukunft diese Arbeit systematisch erledigt werden kann. 2. Die Verbindungen müssen die Werbearbeit spätestens drei Wochen vor offiziellem Semesterbeginn anfangen. Die vom Präsidium gemeldeten Keilfüchse sind umgehend zu bearbeiten. Es müssen» regelmäßig die Listen der neu immatrikulierten jüdischen Studenten beschafft werden. Jeder einzige muß erfaßt werden. 3. Möglichst frühzeitig müssen größere Werbeveranstaltungen vorbereitet werden. Das Präsidium wird sich bemühen, nach Möglichkeit Redner zur Verfügung zu stellen. 4. Es muß möglich sein, bis Pfingsten die Werbearbeit des Sommersemesters im großen und ganzen abzuschließen. Wir glauben, daß bis dahin die Mehrzahl aller Rezeptionen stattfinden kann. Insbesondere möchten wir warnen, in den Sommeruniversitäten die Rezeptionen zu lange hinauszuschieben, da uns dadurch erfahrungsgemäß viele wertvolle Menschen verloren gehen. 5. Das Präsidium muß über den Stand der Arbeit laufend orientiert werden. Jede Rezeption muß umgehend mitgeteilt werden. — Wir bemühen uns, geeignete Werbebroschüren zu beschaffen, die wir im Bedarfsfalle anzufordern bitten. Es wird jetzt schon unsere Bemühung sein, eine eigene Werbebroschüre vorzubereiten. Wir beschränken uns auf diese organisatorischen Bemerkungen». Wir glauben, daß die Wichtigkeit der Werbearbeit im Kartell anerkannt ist, sa daß sich prinzipielle Ausführungen erübrigen. Wir müssen uns jedoch klar sein darüber, daß gerade auf diesem Gebiet ein gutes Funktionieren unserer Organisation die Voraussetzung für den Erfolg darstellt. Das Präsidium des K.J. V. Paul Hirsch. 75-