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Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 58)
Language
German
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Stimmung vorhanden ist, verdanken wir zum großen Teil der Arbeit unserer A. H. Die Stimmung wäre noch ganz anders, wenn wir uns nicht zu sehr in unsere Gruppen eingekapselt hätten, anstatt den Kampf hinauszutragen. Ich kann all diese Dinge, weil ich hier nicht aufhalten will, nicht im Einzelnen nuancieren. Ich wollte nur den Sinn und die Aufgabe des K. J. V. zeigen, die aber nur erfüllt werden kann bei gegenseitigem bundesbrüderlichem Geist, der noch nicht aus unserem Kreise geschwunden ist. Ich glaube, daß das Präsidium die hier gekennzeichneten Aufgaben zum großen Teil erfüllt hat, und ich glaube, man wird einmal von diesen zwei Jahren als von einer Aera Lichtheim sprechen, die aus einem desolaten Gebilde wieder eine festgefügte Organisation gemacht hat. Es kommtnicht auf die Person an, sondern auf die Sache und auf den Willen, in dem Geiste,- wie diese zwei Jahre das K. J. V. geführt wurde, das K. J. V. weiter zu führen. Rosenberg: Gerling hat vermißt, daß bisher kein wirksames sachliches Argument gegen den Vorschlag meiner Kandidatur hier erhoben worden ist. Ich will dieses Manko ausgleichen und will sagen, was der sachliche Grund dafür ist, der diese Kandidatur ganz unbedingt verhindern muß und verhindert. Die Idee, mich auszugraben, entstand unter der Voraussetzung, daß es5 möglich sein sollte, angesichts der Not und Zersplitterung des Kartells wieder eine Einheit herbeizuführen. Ich bin nicht arrogant genug, zu glauben, daß man mich wegen meiner Person an die Spitze setzen wollte, sondern als Symbol für die Einheit. Diese Kandidierung ist gescheitert. Es ist hier so, wie auf anderen Kartelltagen und Kongressen, die unter einem gewissen Leitgedanken stehen. Wie z. B. der 4. Kongreß unter dem Gedanken des Kulturkampfes stand, so steht dieser Kartelltag unter der Devise „Erkennung der Diskrepanz zwischen Idee und Wirklichkeit". So ist dieser Kartelltag eingeleitet worden, und so hat sich dieser Gedanke durch die Debatten hindurchgezogen. Auch das, was wir hier sehen, ist eine Diskrepanz zwischen beiden. Es sind nicht die Ideen, die den Zwiespalt schaffen, sondern eine ganz schlimme und bösartige Wirklichkeit. Hebräisch usw., das sind Dinge, zu denen die Einzelnen verschiedene Stellung einnehmen, die aber trotz allem Kampf produktiv sind. Ein K. J. V., in dem es hierüber nur eine Meinung gäbe, würde wahrscheinlich höchst unproduktiv sein und überhaupt nichts leisten. Es wäre falsch zu glauben, daß man Politik hier ausschalten könne. (Auch bei meiner Kandidatur wäre das unmöglich); was hier aber vorgeht, ist eine Gegensätzlichkeit zwischen Personen, die sich auf andere Menschen vererbt, welche die Ursache dieser Gegensätzlichkeit gar nicht kennen. Um sie aber aufrechtzuerhalten, muß man Probleme finden, damit die Menschen nicht sagen: Wir sehen gar keine Differenzen. Aus diesem Grunde hängt man ein ideologisches Mäntelchen um. Darum wollte man einen Menschen an der Spitze sehen, der von diesen persönlichen Gegensätzen unbelastet ist. Es hat sich da etwas ereignet, was mich sehr tief berührt und erfreut hat. Die Aktivitas, zu der ich1 sehr lange keine persönlichen Beziehungen 58

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