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Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 51)
Language
German
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In der Provinz allerdings ist das anders. Dort muß es die alltägliche zionistische Arbeit leisten^ Gemeindearbeit, Ortsgruppe, KKL usw. Wir müssen wieder eine Spannung zwischen Idee und Wirklichkeit haben. Die Idee, die das K. J. V. verkündet, muß sich wieder weit von der Wirklichkeit des K. J. V. entfernen. Wenn ich von einzelnen Erfahrungen aus dem Kartelleben etwas sagen darf, so möchte ich die Fusion zwischen B. Z. K. und K. J. V. erwähnen. Sie ist in Breslau glänzend gelungen. Wir sind bemüht, diese Fusion weiter durchzuführen. Noch auf etwas anderes möchte ich hinweisen, auf die Maasserpflicht. Es wird vom Präsidium und der K. H.-Kommission zugegeben, daß über 50 o/0 der Alten Herren kein Maasser zahlen. Das muß anders werden. Wir haben damals Bedenken gegen die Aufnahme Alter Herren ins K. J. V. erhoben, die kein Maasser gezahlt haben. Das Präsidium hat aber nichts geantwortet. Man hat dann die Erklärung bekommen, man würde von den betreffenden Alten Herren eine Erklärung bekommen. Man hat aber auch dann befriedigende Erklärungen erhalten. Aber die Leistungen waren nicht da. Man hätte den Eintritt dieser Alten Herren nicht zulassen sollen. Ich möchte noch einige Dinge zur Jugendarbeit sagen. Das K. J. V. muß sie leisten und leiten. Das K. J. V. muß die Zentrale für die Jugendarbeit [werden. Deshalb können wir uns nicht mit dem kleinen Zionismus begnügen, sondern wir müssen der um uns lebenden Jugend uns zur Auseinandersetzung stellen, und deshalb müssen wir ihnen gewachsen sein in bezug auf die Dinge, die die europäische Welt bewegen. Wir brauchen dafür nicht theoretische Kurse. Wenn wir einig sind und Selbstvertrauen haben, dann wird es uns gelingen, in der Diskussion selbst zu lernen. Da die Rednerliste infolge Verzichts der übrigen Redner erschöpft ist, tritt auf Antrag von Hirsch eine Pause mon zehn Minuten ein. Nach Schluß der Pause erfolgt zunächst der Bericht der Personalkommission durch Tuchler. Tuchler: Es ist keine angenehme Aufgabe für mich, hier Bericht zu erstatten. Wir hatten eine lange Beratung. Fünf Vorschläge, die genannt wurden, waren nicht so, daß sie den Beifall aller gefunden hätten. Faute de mieux wurde eine Liste von zehn Bundesbrüdern aufgestellt. Wenn diese zehn bereit sind, die Sache zu machen, dann werden wir sagen: Diese haben sich bereit befunden und wir schlagen sie vor. Das ist aber nicht erfolgt. Deshalb sind auch keine neuen Vorschläge aufgestellt worden. Ich persönlich habe folgendes gesagt: Wir haben hier Differenzen; es. ist der Ruf nach einem jungen Präsidium erfolgt. Wenn zwei Junge die Erziehungsarbeit unterstützt von Bundesbrüdern aller Richtungen, leiten, dann habt Ihr eine Lösung aus dem Konflikt. Ich dachte dabei an Gerling und Wolff. Wenn diese beiden, vom Vertrauen der Aktivitas getragen, Ja sagen, dann glaube ich, daß die anderen mitarbeiten werden. Warum soll nicht das junge Kartell auf diese Weise an die Spitze treten? Das wäre eine organische Lösung der Situation. Wenn wir dagegen gegen einen Bundesbruder, wie Egon Rosenberg, den wir schätzen, Bedenken haben, dann sind es Bedenken zweier Art. Erstens ist das keine organische 51

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