Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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wieder zum Ausdruck kommen und insgeheim abgestempelte Menschen bei uns führend sind, Daher verlese ich jetzt eine bestimmte Liste und! bitte den Kartelltag, diesen Vorschlag anzunehmen. Wir haben keine Rechnungen dabei angestellt und bestehen auch nicht auf en-bloc-Annahme; ich spreche auch nicht im Namen einer bestimmten Verbindung, sondern zwölf verschiedene jüngere Bundesbrüder haben diesen Vorschlag unterschrieben. Präside soll ein bekannter A. H. mit Autorität, aber ohne Verstrickung in die Gegensätze sein, und zwar schlagen wir hierfür Egon Rosenberg vor. Als weitere Mitglieder schlagen wir vor: Schloß, Tumbowsky, Hans Anton Wolff, Paul Hirsch, Hans Kaufmann, Berliner, Grünbaum, Gerling. Wir glauben, daß hier diejenigen Menschen sind, die auf den verschiedenen Gebieten das bestmögliche leisten können. Wir glauben vor allem, daß durch die Person des Präsiden für unsere praktische Arbeit das bestmögliche gewährleistet wird. Markowicz: Das Präsidium hat mir die Erlaubnis gegeben, hier zunächst eine persönliche Bemerkung zu machen, da eine schriftliche Mitteilung hierzu bisher nicht erschienen ist: Ihr wißt, daß die Aufnahme von neuen Bundesbrüdern als Anteilnehmer bei der Brünn'sehen Gesellschaft nicht mehr möglich ist. Jetzt ist die Möglichkeit vorhanden, Pardessim zu erwerben. Leschnitzer und ich haben eine gewisse Bodenmenge zur Verfügung, die wir zum Teil noch günstig abgeben können. Ich bitte alle Interessenten zwecks Kapitalanlegung oder als Grundlage für eine zukünftige Existenz in Palästina, sich an mich zu wenden. Eine diesbezügliche nähere Mitteilung wird im J. St. erscheinen. Nun zu unseren Kartelltagsfragen: Durch das, was sich gestern ereignet hat, hat sich vieles von dem erledigt, was wir sagen wollten und ich brauche hier meinen Wunschzettel nicht mehr vorzulegen. Im Namen der Altherrenschaft von Mitteldeutschland möchte ich sagen, daß ich mit Brüll durchaus einverstanden bin. Wir waren hierhergekommen, um dem bisherigen Präsidium unseren Dank und unser Lob auszusprechen. Wir möchten gern haben, daß die sachliche Arbeit (vor allem die Altherren(- arbeit) fortgesetzt wird. Aber was wir erlebt haben, hat uns nicht so sehr für das alte Präsidium begeistert, nicht wegen seiner Zusammensetzung, sondern weil auch wir nichts mehr von Gruppen hören wollen. Wir haben genug von abgestempelten Menschen. Dagegen ist die von Brüll verlesene Liste uns außerordentlich sympathisch. Wir erhoffen von ihr eine Fortführung der Jugendarbeit und der Hebraisierung, vor allem auch der Keren Hajessod-Arbeit, weshalb wir für die Durchführung dieser Arbeit einen energischen Präsiden wünschen. . . . Ludwig Mayer: Es ist zu wenig geschehen, was ich zugebe. Nicht nur deshalb, weit die Arbeit, die getan werden muß, nicht bewältigt werden konnte, sondern auch weil ich nicht den nötigen inneren Konnex mit der Aktivitas gehabt habe. Aus diesem Grunde wünsche, ich auch, daß ein jüngerer Bundesbruder die Erziehungsarbeit übernimmt. Aber wir müssen uns klar werden, 49