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Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 48)
Language
German
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muß, weil es auf die Dauer langweilig wird, wenn man immer wieder dieselben Reden im gleichen Kreise hält, ohne die Gelegenheit, sich jemals zu bewähren. Wir wollen und müssen zu einer Bewährung im zionistischen Leben kommen. Dazu ist aber eins nötig, was von jedem Präsidium zu fordern ist: Der Glaube an uns. Wir müssen uns etwas zutrauen. Warum sollen wir soviel schlechter sein als die anderen? Warum seid Ihr auf einmal so ängstlich, Forderungen! aufzustellen? Man muß sich darüber klar sein, daß man dieses Kartell will und an seine Möglichkeiten und die Erfüllung von Aufgaben glaubt. Ich möchte hierzu lediglich ergänzend bemerken, daß ich hoffe, daß bei uns die Arbeit in der B. Z. V. selbstverständlich werden wird. In der letzten Zeit hatten wir leider nicht einmal ein K. K. L.-Kommissariat. In Berlin haben wir ein zionistisches Zentrum. Warum sollen wir daneben sitzen und nicht daran teilnehmen? Das ist das eine: Teilnahme an der B. Z. V., am K. K. L. usw. Es handelt sich nur darum, einen Weg bewußt zu beschreiten und einmal irgendwie anzufangen. Das andere ist die Jugendarbeit. Die Jugend in der Kadimah usw. unterscheidet sich nicht im geringsten von uns. Es gibt z. B. eine Schule der jüdischen Jugend, die sämtliche Verbände umfaßt. Die Makkabäa hat da hebräisch gelernt. Ich frage hier: Warum hat das K. J. V. nicht ganz ernsthaft auf diese Schule Einfluß genommen? An Sonnabend-Nachmittagen finden dort z. B. Aussprachen über Zionismus, verschiedene Gebiete des jüdischen Lebens usw. statt. Wenn das nicht unser Wirkungsgebiet ist, wo soll es denn dann liegen? Ich kehre zum Ausgangspunkt meiner Rede zurück. Vor einiger Zeit ist von mir im J. St. ein Artikel erschienen, der mit den Worten endigte, „Es ist wohl klar, daß es keine Partei im K. J. V. gibt, die nur Forderungen aufstellen will und die nur Organisationen machen will." Leider ist mir zum Bewußtsein gekommen, wie wenig klar das ist. Die Notwendigkeit einer guten Organisation ist wohl selbstverständlich, aber entscheidend im letzten Sinne ist lediglich die zionistische Leistung. Moniagvormiiiag - Sitzung. Brüll: Ich spreche als Vertreter der Aktiven. Wir müssen für die Einheit des Kartells Sorge fragen. Wir haben hier Schloß und Hirsch gehört und können uns vorstellen, daß diese beiden Meinungen sich in sachlicher Arbeit zusammenfinden können. Wir hielten es für ein Unglück, wenn es unter diesen beiden Gruppen zu einer Kampfabstimmung käme, und wenn der Präside einer ganz bestimmten Richtung angehört, weil wir dann glauben, daß es wieder zu persönlichen Differenzen kommen wird. Deshalb haben wir Jüngeren uns zusammengesetzt, um zu sehen, ob es nicht möglich wäre, ein Präsidium vorzuschlagen, das die Gewähr bietet, daß die beiden Dinge, Organisation und Erziehung, in geeigneter Weise geleistet werden. Wir haben einen bestimmten Vorschlag gemacht und wir rufen danach, daß eine Leitung da ist, die von* allen gleichmäßig anerkannt wird und die eine Gewähr dafür bietet, daß versteckte Gegensätze nicht immer 48

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