Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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lieh ist das, was man unter Jugendarbeit versteht. Ich halte nicht viel In ideologischer und praktischer Beziehung von der Mitarbeit beim J. J. W. B., bei der Kadimah und bei den Zofim. Wenn man sich mit den Aeltereni dieser Bünde aussprechen will, soll man es tun, aber man soll kein Universalheilmittel für unsere Unvollkommenheiten daraus machen. Und wenn Bundesbrüder sich von Jugendbünden, die in jeder Beziehung etwas anderes sind als das K. J. V., ein schlechtes Gewissen einreden lassen, so beweist dies nichts gegen das K. J. V., aber alles gegen das Unterscheidungsvermögen dieser Bundesbrüder. So wie eine Armee etwas anderes ist als eine Kadettenanstalt, so ist auch das K. J. V. etwas anderes als die genannten Jugendbünde, nach denen manche von uns so sehnsüchtig hinr schauen. Für uns gibt es zwei Gebiete der Außenarbeit, die uns viel gemäßer sind: einmal die neutralen jüdischen Jugendvereine und zum anderen die Schülerbünde. Welche Möglichkeiten die neutralen jüdischen Jugendvereine bieten, die heute das sind, was wir früher als nationaljüdisch bezeichneten, liegt auf der Hand. Um diese Nationaljuden zu Zionisten zu machen, gehört ein handgreiflicheres jüdisches Wissen und Können, als es nötig ist, wenn man in den genannten Jugendbünden mitarbeiten würde. Hier ist die vArena, in der sich zeigt, ob unsere Ausbildung zulänglich ist oder nicht. Noch wichtiger ist aber die Bildung und Unterhaltung von Schülerbünden an den höheren Lehranstalten. Diese Arbeit verfolgt ein mehrfaches Ziel: Gewinnung junger Menschen für den Zionismus, Gewinnung von Nachwuchs für das K. J. V. und schließlich Beeinflussung der Berufswahl in einem Alter, wo noch die volle Entschlußfreiheit in Richtung auf Erez Israel vorhanden ist. Ich will mich mit diesen Hinweisen und Vorschlägen auf die Arbeit des nächsten Jahres begnügen. Gelänge es uns, sie durchzuführen, so könnten wir sehr zufrieden sein. Wir sind keine Skeptiker, aber wir sind nicht bequem genug, uns mit der Proklamierung großer Ziele zu bescheiden, mit denen man sich und die anderen für den Augenblick, nicht aber — wenigstens die anderen — auf die Dauer täuscht und beruhigt. Paul Hirsch: Lichtheim hat gesagt und Tuchler hat es wiederholt, daß wir alle nach einem Ziel hin streben. Das ist wahr. Was uns in unseren Ansichten scheidet, ist die Methode, und manchmal kann eine Methode so grundsätzlicher Natur sein, daß es sich lohnt, darum einen Kampf mit bundesbrüderlichen Mitteln, aber mit aller Energie auszutragen. Ich will mit Euch darüber sprechen, wie m. E. der Weg aussieht, den das K. J. V. in Zukunft zu beschreiten hat, und der allein imstande ist, uns zum Ziele zu führen. Ich werde mich mehr mit der zukünftigen Arbeit des jung'en* Kartells beschäftigen, wobei ich zu entschuldigen bitte, daß ich aus Zeitmangel auf die einzelnen Punkte nicht näher eingehen kann. Wo liegt das Kriterium des K. J. V., wo der für uns vorgezeichnete Weg? Welche Anforderungen stellt die heutige zionistische Situation an 43