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Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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Darum ist es falsch zu sagen, daß Berufsberatung, Berufsförderutig und Wirtschaftshilfe — kurz: alle die Dinge, über die ich im Dezember- J. St. gesprochen habe, — außerhalb unserer Ideologie liegen. Können wir unsere jungen Menschen von der sie beherrschenden Lebensangst befreien, so befreien wir auch seelische Energien für den Zionismus und das Kartell. Diese Auffassung besagt nicht das geringste gegen Chaluziuth. Chaluziuth ist etwas, wozu man unsere jungen Menschen durch Einwirkung auf ihr Studium und durch ökonomische Fundierung der Uebersiedlung praktisch vorbereiten muß, wobei sich das Ideologische von selbst versteht. Wir werden im kommenden Kartelljahr einen Palästina-J. St. herausbringen, der ganz systematisch die wirtschaftlichen und fachlichen Voraussetzungen für die Uebersiedlung prüft. Auf dieser Grundlage, die laufend verbreitert und vertieft werden soll, wollen wir versuchen, praktisches Chaluziuth zu treiben. Einen Konflikt zwischen einer solchen Art des Chaluziuth und den skizzierten Methoden zur Bekämpfung der Lebensangst kann nur konstruieren, wer immer auf dem hohen Seil der subjektiven) Judenfrage balanciert und sich nicht an den Gedanken gewöhnen kann, daß auch der Zionismus einen Alltag hat. Was nun die Einzelfragen der Erziehung und Ausbildung anbelangt, so haben~ wir die Absicht, in Berlin einen Präsidialrat zu schaffen, der aus den Chargierten der Verbindungen, den Vorsitzenden der Altherren-Bünde und einigen ausgewählten Bundesbrüdern bestehen soll. Mit diesen Bundesbrüdern wollen wir von Zeit zu Zeit alle diese Fragen erörtern, und wir hoffen, daß, indem wir die jungen, in der Arbeit stehenden Bundesbrüder zusammenbringen, mit denen, die das ganze Kartell übersehen, und schließlich jenen, die Erfahrungen in der praktischen Arbeit und Einfluß auf die Berliner Alten Herren haben, sich Ideen, Impulse und und Verwirklichungsmöglichkeiten ergeben, die sich sonst nicht ergebeni würden. Vor allen Dingen wollen wir auf diese Weise das Vakuum, das sich in der Praxis so häufig zwischen dem Präsidium, den Verbindungen und den Altherren-Bünden in Berlin entwickelt, beseitigen. Ich komme nun zu zwei besonders wichtigen Gebieten: Hebräisch und Jugendarbeit. Zur Förderung der hebräischen Arbeit wollen wir — zunächst natürlich im Berliner Kartell — einen Chug Ivri schaffen, einen hebräischen] Kreis aus hebräisch sprechenden Bundesbrüdern aller Verbindungen, der sich ganz nach eigenen Regeln entwickelt, und dem nur diejenigen Bundesbrüder angehören sollen, die auf Grund ihrer hebräischen Kenntnisse als nützliche und berufene Mitglieder dieses Kreises angesehen werden können. Wir versprechen uns von der Schaffung eines solchen Chug Ivri, der ständig auf den hebräischen Unterricht der Verbindungen einwirken soll, eine Belebung unserer hebräischen Arbeit — gleichzeitig die Weckung des Ehrgeizes, ihm anzugehören. Was schließlich die Betätigung der jungen Bundesbrüder außerhalb des Kartells anbelangt, so spreche ich nicht von KKL und den Ortsgruppen, weil sie einmal selbstverständlich und zum anderen nur eine Frage der Initiative in den einzelnen Verbindungen ist. Weniger selbstverständ- 42

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