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Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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vor allem gegen meine eigene, für die ich auf dem Delegiertentage im Permanenz-Ausschuß gesessen habe. Ich bin der Meinung, daß eine Plattform da sein muß, die es gestattet, auch einmal harte Worte auszusprechen, zumal bei uns die Kunst, solche Dinge zu umschreiben, und durch die Blume zu sagen, mehr als gut ausgebildet ist. Aus allen diesen Gründen bekenne ich mich auch jetzt noch zur Aufnahme des Artikels... Diese Ausführungen rufen bei einigen Bundesbrüdern starke Erregung - hervor. Die Sitzung wird unterbrochen, und nach Schluß der Pause gibt Lichtheim für das Präsidium die folgende Erklärung ab: Das bisherige Präsidium hat folgendes beschlossen: Sowohl Tuchler wie ich haben in unseren einleitenden Ansprachen bereits zu der Angelegenheit des Pollackschen Artikels Stellung genommen. Wir haben unzweideutig zu erkennen gegeben, daß wir diese Ausdrücke nicht decken, sondern für deplaciert halten. Wir haben hinzugefügt, daß dieser Ausdruck von Pollack offenbar selbst nicht richtig verstanden wurde, obgleich dies merkwürdig klingen mag. Aber aus dem Text selbst geht klar hervor, daß er diesen Ausdruck für eine ganz andere Sache, als sonst darunter verstanden wird, angewandt hat, nämlich für das parlamentarische Verhandeln und Herumfeilschen von Parteien. Wir haben mit aller Deutlichkeit erklärt, daß wir uns hiermit nicht decken und ich habe gesagt, daß ich diesen Ausdruck bestimmt gestrichen hätte. Das Präsidium schließt sich den Erklärungen Tuchlers und Lichtheims an. Die Auffassung von Schloß war eine abweichende. Nämlich er war der Ansicht, daß er als Redakteur die Meinungsfreiheit so weit ausdlehnen wollte, daß auch scharfe kritische Wendungen dieser Art stehen bleiben müßten, sofern sie ein Bundesbruder mit seinem Namen deckt. Aber falsch ist die Deutung, gegen die ich auf das entschiedenste protestieren muß, daß Schloß sich diesen Vorwurf der Korruptheit sachlich zu eigen gemacht hat. Der Vorwurf Pollacks richtete sich im Grunde genommen vor allem gegen die Partei, der Schloß selbst angehört. Nach! Pollacks merkwürdiger Ansicht hat sich diese Partei in ungerechtfertigte Verhandlungen eingelassen. Wir geben gern eine diesbezügliche Erklärung im J.St. ab. Das ist der einfache Sachverhalt, und ich muß bedauern, daß einige Bundesbrüder eine Erregung hervorgerufen haben, die weder durch die Haltung des Präsidiums noch durch die Erklärung von Schloß berechtigt war. Dies habe ich im Namen des Präsidiums zu erklären. Nach einer Zwischenbemerkung Blumenfelds, der die Erklärung des Präsidiums für nicht befriedigend hält, erklärt Schloß: „Ich schließe mich den Ausführungen Lichtheims an. Ich habe versucht, Euch klarzumachen, warum ich aus Respekt vor einer unbedingten Meinungsfreiheit diesen Ausdruck habe stehen lassen. Aber aus diesen meinen Worten konnte nicht der Schluß gezogen werden, daß ich mir die Vorwürfe von Pollack zu eigen gemacht habe." 6 37

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