Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3537599-3537812-3537814--7506-3545549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

auf dem Gebiete der Jugendarbeit. Nicht a$jf die Feststellung kommt es an, daß wir keine echte Jugendbewegung sind. Entscheidend kommt es vielmehr gerade darauf an, stärkeren Anteil an der Jugendbewegung zu nehmen. Ich behaupte, daß auch dieser Versuch nicht mit dem nötigen Ernst gemacht worden ist. Ich bin am Schluß meiner Ausführungen. Ich wollte unsere Bedenken in aller Bundesbrüderlichkeit, aber auch allem Ernst darstellen. Ich möchte aber damit ein Bekenntnis zur absoluten Einheit des K. J. V. verbinden. Wir dürfen nicht den Ernst der Zeit vergessen, in der wir einen Faktor darstellen, der weder ausgeschaltet noch gefährdet werden darf. Ich sage dies gerade im Bewußtsein der politischen, menschlichen und weltanschaulichen Gegensätze. Aber ich wiederhole: Es gibt zwar für mich kein Kokettieren mit Austrittsgedanken, aber eins müßt ihr wissen: Wir können streiten über Jugendbewegung und Erziehungsfragen, über eins aber können wir nicht streiten: allgemeine Voraussetzung muß sein, daß wir das K. J. V. nicht zu einem Forum erniedrigen, wo es unerlaubte Formen der Diskussionen; gibt. Wir sind alle zu tiefst verbunden mit dem K. J. V. Wenn Bileski austreten mußte, weil er die Atmosphäre nicht mehr ertragen konnte, dann gebt auf dies Zeichen acht! Scharfer Kampf kann sein, aber er muß im Geiste echter Bundesbrüderlichkeit ausgefochten werden. Schnurmacher: Das Präsidium hat neue Bundesbrüder geworben und versucht, die Einheit des Kartells zu fördern. Aber die Arbeit des neuen Jahres liegt auf einem anderen Gebiet. Die Aufgabe ist jetzt, die jungen Bundesbrüder zu erziehen. Auf diesem Gebiet sei bis jetzt sehr wenig geleistet worden. Man hat dem Präsidium früher den Vorwurf gemacht, daß es Programme aufstelle, diese aber nicht durchführe. Mit dem Programmaufstellen sei es nicht getan, das Präsidium müsse auch den Weg zeigen, wie sich die Forderungen realisieren lassen. Jetzt solle das Präsidium die pädagogische Aufgabe in den Vordergrund stellen. Die pädagogische Kleinarbeit müsse in den Händen der einzelnen Verbindungen selbst liegen. Für das Präsidium liegt die Aufgabe darin, daß es die Verbindungen darauf hinweist, was zu tun ist und die Verbindungen zu beeinflussen versucht. — Bisher sei nicht genügend Kontakt zwischen dem Präsidium und den einzelnen Verbindungen gewesen. Das Präsidium habe keinen Konnex mit den jüngeren Bundesbrüdern. Und mit Tagungen allein sei hier auch nicht zu helfen. Deshalb sei eine Erziehungsarbeit auch so sehr erschwert. Tuchler hat sich gegen den Vorwurf der Verspießerung verwahrt. Dieser Vorwurf trifft alle Teile des Kartells. Er erklärt sich daraus, daß man heute keinen Blick mehr für Realitäten habe. Der Horizont der einzelnen sei zu eng. Man müsse den Leuten mehr Literatur geben und den Willen zur direkten Arbeit haben____ Nach Schnurmacher bittet Lichtheim, sich mit Bezug auf die Redezeit möglichste Beschränkung aufzuerlegen, damit alle Bundesbrüder, die den Wunsch hätten, zu Worte kommen könnten. Auf vielfachen Wunsch werde Schloß bereits am Nachmittage sein Referat halten. 5* 31

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.