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Der jüdische Student · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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mit noch größerer Intensität, fortgefahren werden soll oder nicht. Bas Präsidium hat es in allen den Fällen, in denen «ine unbegründete Nichterfüllung vorlag, ohne Schönung zum Austritt der Betreffenden kommen lassen. Wehn uns ein Bundesbruder mitteilt, er habe die Würde eines Alten Herrn bisher mit Stolz getragen, nachdem er aber erfahre, daß dies mit finanziellen Verpflichtungen verknüpft sei, müsse er sich dieser Würde entkleiden, so haben wir ihn nicht an dieser Entkleidung gehindert. Wennder Kartelltag, wie wir annehmen, beschließen wird, auf diesem Wege fortzufahren, so wird er zugleich Maßnahmen treffen müssen, um einmal ein noch besseres Zusammenarbeiten zwischen Präsidium und K. H.-Kommission sicherzustellen, um zum anderen die technische Abwicklung des Ehrenratsverfahrens, gegebenenfalls durch eine Zentralisierung aller K. H.- Ehrenräte, zu ermöglichen. In vielen Fällen haben sich die Bundesbrüder, besonders an Orten, an denen keine Verbindungen sind, einfach hilflos gezeigt, wenn es sich um das Zustandebringen eines Ehrenrates in K. H.¬ Sachen handelte. Alle Schreiben der K. H.-Kommission an die Betroffenen und an das Präsidium, alle Schreiben des Präsidiums an die K. H.-Kommission und an die örtlichen Kartellstellen blieben in einer Reihe von Fällen leider ohne Ergebnis, weil der Apparat der Ehrenräte nicht funktionierte. Wenn wir den im Verfolg der K. H.-Bemühungen erfolgten Austritt zahlreicher Bundesbrüder hier nur kurz konstatieren, so müssen wir des Austritts eines verdienten Bundesbruders gedenken, den zu halten wir uns lebhaft bemüht haben und dessen Zugehörigkeit zum Kartell diesem nur zu Ehren gereicht hat. Bei allem Bedauern und bei allen Bemühungen können wir einen solchen Schritt nicht billigen. Sachliche Meinungsverschiedenheiten dürfen unseres Erachtens nie zum Austritt führen, andernfalls würde bei dem Wechsel der Meinungen, bei dem Wechsel der Leitungen die Gefahr entstehen, daß gerade führende Bundesbrüder, heute diese und morgen jene, uns verlassen und so den wesentlichsten Vorzug des Kartells, seine Einheitlichkeit als zionistische Gemeinschaft bei allen Verschiedenheiten der Anschauungen gefährden. Wenn ich diesen einen Fall hervorhebe, so deshalb, um Euch zu zeigen, wie sehr uns an einer Zusammenfassung der Kräfte und an einer Erhaltung der Einheit des Kartells gelegen ist. Deshalb sollte der Kartelltag auch abrücken von jenen, die — wie es auf manchen Konventen geschah — mit dem Gedanken einer erneuten Spaltung spielen oder wie im letzten J. St. die Gründung einer „neuen Organisation an den Universitäten ins Auge fassen". Es steckt eine so unendliche Mühe und die Arbeit von drei Jahrzehnten in dem Aufbau dieses Kartells, und dieses Kartell stellt heute einen potentiell so wichtigen Faktor dar, daß dieser Kartelltag alle derartigen Bestrebungen im Keime ersticken sollte. Es ist ja aljen volle Freiheit der Meinungsbildung, volle Freiheit der Entschließung, gewährt, und das zum mindesten sollte von jedem K. J.V.er erwartet werden, daß er seine Sondervorstellungen innerhalb des K. J. V. zu verwirklichen sucht. — Aus unserer Grundeinstellung heraus, wirkliche Positionen aufzubauen und sie zu erhalten, Bestehendes nicht ohne zwingenden Grund preiszugeben, haben wir auch jede Bagatellisierung der Altherrenarbeit abgelehnt. Diese Geringschätzung, die ihren stärksten Ausdruck in dem Wort gefunden 22

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