Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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von der Erkenntnis der Unhaltbarkeit der jüdischen Gesamtsituation und erfüllt von der einmaligen Erkenntnis des unverrückaren Zieles, in Richtung auf dieses Ziel mit individualistischen Menschen, Schritt für Schritt unbeirrt dem einen Ziele zustrebt. Wenn es richtig ist, daß Zionismus nicht nur eine nationale Erneuerung des Judentums im geistigen Sinne bedeutet, sondern zugleich die gemeinschaftsbildenden Kräfte stärken und die Juden befähigen will, Gebilde überpersönlichen Charakters zu schaffen, dann kommt es gerade auch für uns darauf an, Positionen zu bilden und unseren eigenen Kreis als eine partielle Präexistenzform zukünftigen Gemeinschaftswesens zu gestalten, zu erweitern und zu festigen. Ich glaube nicht, daß die Bezeichnung „Organisationsarbeit" das trifft und erschöpft, was hier gemeint ist und was? letzten Endes der Arbeit und allen Entschließungen des Präsidiums zugrunde lag. Liebe Bundesbrüder, es liegt hinter uns ein Jahr, in dem Höhepunkte und Tiefpunkte der zionistischen Entwicklung so unvermittelt und stark aufeinander folgten wie kaum zuvor. Dieses unvermittelte Aufeinander erzeugte auch in der Organisation besondere Spannungen. Gerade in diesem Jahr erschien es uns als entscheidend wichtig, die Einheit des Kartells zu wahren. Deshalb haben wir Stimmen, die nach einem außerordentlichen Kartelltag riefen, nicht Folge geleistet, deshalb haben wir Stellung genommen gegen Bestrebungen, die die Gefahr von Nebenregierungen, Spaltung und Auflösung in sich trugen. Deshalb haben wir keine Vorwegnahme von Entscheidungen geduldet, damit dieser Kartelltag allein und verfassungsmäßig seine Entschließungen treffen kann. > Es ist uns gelungen, die Einheit des Kartells zu wahren. Das Gefügt der Verbindungen,Altherrenbünde, Bezirksverbände, steht heute fest und unerschüttert da. Es ist ein größeres Gebilde, als es jemals gewesen ist. Die Eingliederung der 200 Bundesbrüder aus dem B. Z. K. ist reibungslos vor sich gegangen, und es hat sich bewahrheitet, was Blumenfeld in Frankfurt den Vertretern des B. Z. K. zur Begrüßung sagte, als er noch einmal an die früheren Trennungen erinnerte: „daß wir nun so gut zusammen sind, wie wir es früher nie gewesen wäre n". — Wenn heute die Verbindungen des früheren B. Z. K. zusammenmit anderen lernen und Feste feiern, wenn heute die Altherrenbünde sich zu gemeinschaftlichem Wirken vereinigen, so zeigt sich, daß es sich auch hier nicht nur um einen organisatorischen Zusammenschluß handelt, sondernum eine wirkliche Vereinigung. Auch die vom letzten Kartelltag aufgenommene Verbindung Hechawer in Riga ist in diesem Jahr eng mit dem K. J. V. verwachsen. Diese Verbindung, die zugleich in einem ganz anderen Maße Trägerin der allgemeine» zionistischen Arbeit ist, als die reichsdeutschen Verbindungen, kann für diese in manchem vorbildlich sein. Wir haben kaum von einer anderem Stelle so inhaltsreiche Berichte bekommen. Das Stiftungsfest des Hechawer wurde von zahlreichen Bundesbrüdern aus dem Reich mitgefeiert, die herzlich aufgenommen, wohl alle starke Impulse dort empfangen haben. Auch andere zionistische akademische Verbindungen und Verbände stehen wieder, Einlaß und Anschluß wünschend, vor den Toren des Kartells. Die Verbindung Jordania in Basel hat seit langem persönlichen Konnex mit 19