Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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gesamte Aktivitas bei A. H. zu Gast. Nächster Tage veranstaltet die Verbindung, auf Veranlassung des A. M-Verbandes, einen geselligen Abend in größerem Rahmen, zu dem besonders auch die Abiturienten der hiesigen Schulen eingeladen sind. Es gelang uns im Laufe des Semesters, trotz der großen Zahl teils heterogenem Milieu entstammender Neuaufnahmen, einen ziemlich geschlossenen bundesbrüderlichen Kreis herzustellen. Weniger befriedigend gestaltete sich unser Verhältnis zum allgemeinen zionistischen und jüdischen Leben Leipzigs. Wir hoffen aber, daß sich dies nunmehr sehr rasch bessern lassen wird, nachdem die Verbindung nach innen konsolidiert ist und nachdem in den letzten Tagen zwei Bundesbrüder in den Vorstand der Z. O. und in die K. K. L.-Kommission kroptiert wurden. — Aus der Erkenntnis heraus, daß wir die Aufgabe haben, auch die jüdischen Studentinnen für den Zionismus zu gewinnen, versuchten wir es mit Kursen gemeinsam mit jüdischen Studentinnen. Ueber die Auswirkungen auf das Verbindungsleben können wir noch kein abschließendes Urteil abgeben. Leider war es — mit einer Ausnahme — nicht möglich, Leibverhältnisse zu schaffen, da nicht genügend aktive Burschen vorhanden waren. Die Bbr. Bbr. Wydra und Rechhenlowitsch haben inzwischen das Burschenexamen bestanden, Bbr. Stein ist zugelassen. — Die Aussichten für das kommende Semester sind nicht ungünstig, da der größere Teil der Aktivitas hier bleiben wird. Trotzdem halten wir es für dringend erwünscht, daß einige Aktive (Füchse oder Burschen) hierher kommen. — Abschließend können wir feststellen, daß das abgelaufene Semester unsere Erwartungen erfüllt hat und daß die neugegründete Verbindung durchaus gefestigt erscheint, falls nunmehr das ganze Kartell das Bestehen einer K. J. V.-Verbindung in Leipzig in der Weise zur Kenntnis nimmt, daß sich auswärtige Bundesbrüder dazu entschließen, einmal ein oder mehrere Semester in Leipzig zu studieren und dadurch helfen, uns in Kontakt mit dem Gesamtkartell zu bringen. Umgekehrt werden schon im nächsten S. S. einige Bundesbrüder der Hatikwah in anderen Kartell- Verbindungen mitarbeiten. Franz Brüll. HeinzWydra. * V. J. St. Hediawer~Riga. Der Beginn der verflossenen Amtsperiode stand im Zeichen der Nachwehen der umwälzenden Veränderungen, die kurz vorher an den äußeren Formen der Verbindung vollzogen worden waren. Durch den Austritt mehrerer besonders farbenfanatischer Bundesbrüder zahlenmäßig geschwächt, sah sich die Verbindung vor die schwierige Aufgabe gestellt, sich in den neu erkämpften äußeren Rahmen zu konsolidieren und die zahlenmäßigen Verluste durch Gewinnung guten Nachwuchses wettzumachen. Diese beiden Aufgaben wurden mit Erfolg durchgeführt. Durch häufige Zusammenkünfte und intensive Zusammenarbeit wurde schon während der Sommerferien eine von arbeitsfreudigem Selbstvertrauen und engem Zusammengehörigkeitsgefühl getragene Atmosphäre geschaffen, die sich bei der im September einsetzenden K e i 1 a r b e i t aufs gunstigste bewährte. Letztere, zum ersten Male ohne das äußere Anziehungsmittel der Farben geführt und daher einzig und allein auf geistige Erfassung von Menschen 71