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Der jüdische Student · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 72)
Language
German
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angelegt, brachte uns 14 Aktivmelduotigen, von denen elf Füchse und zweials O. V. G. rezipiert wurden. Gleichzeitig wurden drei früher ausgetretene Bundesbrüder wieder aufgenommen. So konnten wir denn zu Beginn des Semesters eine Aktivitas von 29 Burschen und 16 Füchsen aufweisen. Die Fuchsenstunde wurde von Bbr. B. Gurewitz geleitet, der in eingehender Weise Geschichte und Wesen des Kartells und der Verbindung^ sowie die menschlichen und zionistischen Pflichten des einzelnen Bundesbruders besprach. Der Tendenzkursus unter Leitung von Bbr. Srago behandelte Entwicklung und Probleme des Nachkriegszionismus. (Die Aus- .wirkung der Balfour-Deklaration auf die Weltjudenheit, nationale Bewegung und Minderheitenautonomie im Osten, Entwicklungstendenzen im amerikanischen Judentum, Palästinamandat und englische Orientpolitik, arabische nationale Bewegung, zionistische Politik und praktische Aufbauarbeit, Kongreßzionismus der Nachkriegszeit, Zionistische Organisation und Erweiterung^ der Basis des Palästinaaufbaus). Die Arbeit wurde bedeutend durch die Tatsache gefördert, daß die meisten neuen Füchse bereits ein gewisses Quantum an zionistischen Vorkenntnissen in die Verbindung mitgebracht hatten. Daher konnte das Augenmerk vor allem auf Entwicklung der Initiative und geistigen Selbsttätigkeit der Füchse gerichtet werden. Auch wurde der Versuch gemacht, einen Fuchsenkonvent zu schaffen und die Füchse schon frühzeitig zu verantwortlichen Aufgaben der Verbindungsarbeit heranzuziehen. Die sonstige Verbindungsarbeit stand im Zeichen der durch die Ereignisse in Palästina akut gewordenen Probleme. Nach innen bedeutete das ernste Auseinandersetzung mit der Frage unserer Erziehungsziele, die schließlich in konkreten Programmen für verstärkte Hebraisierung und Palästinisierung der Verbindung und in der Forderung nach Einstellung jedes einzelnen Bundesbruders auf persönliche Palästinaverwirklichung gipfelte. Als erster praktischer Schritt ist bereits der bisher in Riga von zionistisch-akademischer Jugend völlig vernachlässigte „Kontakt mit der chaluzischen Jugendbewegung aufgenommen worden. Nach außen ergriffen wir als erste in Riga die Initiative zu einer ernsten und auf gehörigem Niveau stehenden Auseinandersetzung mit den politischen und ideologischen Problemen der Bewegung. Wie notwendig das war, beweist der Umstand, daß die gesamte zionistische und prozionistische Gesellschaft Rigas unseren Veranstaltungen das regste Interesse entgegenbrachte und sich daran gewöhnte, unser Verbindungsheim als das berufene Forum xxt ernster Klärung zionistischer Fragen zu betrachten. Bei der in Lettland herrschenden zionistischen Zersplitterung und mangelhaften Orientierung hatten wir so eine wichtige Funktion bei der Bildung einer zionistischen öffentlichen Meinung zu erfüllen. Im Verlauf des Semesters fanden folgende diesem Zweck gewidmete Veranstaltungen statt: 1. Ausspracheabend mit den Mitgliedern des A.-C. Ing. S. Kaplansky und Dr. A. Goldstein. 2. Herzlfeier. 3. und 4. am 7. und 14. September zwei Diskussionsabende über die Ereignisse in Palästina und ihre Lehren, an denen sich die Wortführer aller zionistischen Richtungen in Lettland aktiv beteiligten. 5. Referat Dr. Bernsteins über zionistische Politik. 6. Balfour-Feier mit Reden vom Mitgliede 72

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