Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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gesellige Veranstaltungen muß eine gemeinsame jüdische Form geschaffen, werden. Wir wollen zu unserem Stiftungsfest im Dezember ein hebräisches Liederbuch herausgeben und bitten alle Bundesbrüder, uns die Texte vorhandener hebräischer Lieder zukommen zu lassen. — Wir haben einen jüdischen Mädchenbund geschaffen, dem vor allem Studentinnen angehören und der jetzt der Wizo beigetreten ist. Er leistet gute zionistische Arbeit. Schnurrnacher(Maccabaea) Berlin: Man soll aus dem K. J. V. keine Standesorganisation machen. Es ergibt sich sonst die Konsequenz, alles abzustellen auf weitgehende Intellektualisierung unserer Erziehung. Die Forderung nach geistiger Durchdringung der zionistischen Probleme soll gestellt und erfüllt werden, aber sie ist nicht die Hauptaufgabe. Es muß zionistische Spannung im Kartell vorhanden sein. — Ich halte es nicht für richtig zu sagen, es komme nicht darauf an, ob jeder nach Palästina geht. Im wesentlichen gilt für uns die Forderung, daß der Einzelne sich bemüht, nach Palästina zu gehen. Falls ihm dies nicht gelingt, so muß er sich an dem Ort, an dem er sich befindet, zionistisch betätigen. Die Disziplin als Schule zum allgemeinen zionistischen Dienst ist stark zu betonen. Den Vorschlag des Debattierklubs halte ich für gut, aber wichtiger ist, daß die Bundesbrüder in die zionistische Oeffentlichkeit gehen. Eine Annäherung an die Jugendbünde muß erfolgen. — Es muß Ernst gemacht werden mit wirklichen Bemühungen um die Qualität der persönlichen Zusammensetzung unserer Verbindungen. Strengere Prüfungen vor der Rezeption in den B. C. sind notwendig. Wolff(Zephirah) Breslau: Wir müssen darauf sehen, in unserem Kreis ein neues zionistisches Erlebnis zu schaffen. Die Burschen und Füchse müssen zusammen leben und zusammen erleben. Das Kartell muß an allen Arbeiten und Bewegungen des Zionismus teilnehmen, besonders auch an der Jugendarbeit. In Breslau besteht ein nationaljüdischer Jugendring. Dahin sollen wir unsere Leute schicken. Auch sollten wir unsere Leute in der Ortsgruppe Vorträge halten und auch im K. K. L. mitarbeiten lassen. Diese Arbeiten dürfen aber nicht den Einzelnen überlassen bleiben, sondern müssen von der Verbindung ausgehen. Rothschild (Hasmonaea) Breslau: Ein wirkliches Leben in der Verbindung ist nur denkbar, wenn es uns gelingt, jeden einzelnen Bundesbruder so zu erziehen, daß er sich der Verbindung absolut zur Verfügung stellt. Wichtig ist die Außenarbeit in Ortsgruppen usw. Wir müssen uns intensiver dem Studium der jüdischen Geschichte zuwenden. Ich bin dagegen, zu sagen, daß wir keine zionistischen Kaufleute in unseren Kreis aufnehmen) sollen. Kanowitz, Berlin: Die Nöte des K. J. V. haben zum großen Teil Quellen, die außerhalb des K. J. V. liegen. Es gibt keine Gruppe im K. J. V., die imstande wäre, dieser Not von heute auf morgen abzuhelfen. Es gibt vor allem drei Dinge, die daran schuld sind, daß wir es heute im K. J. V. so schwer haben: 1. Die Zerflossenheit des Begriffs Zionismus überhaupt. Wir müssen uns immer wieder von neuem darüber klar werden, was Zionismus und sein Ziel ist. Mich macht die Raum- und Zeitlosigkeit der 54