Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537812-3537813--7443-3545485- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 3× ep/1000826
OCR text
dentinnengruppen bilden und zionistische Studentinnen zu Kursen innerhalb der Verbindung hinzuziehen. Gerhard Holdheim (Berlin): Ich glaube, daß im Kartell die heutige Generation vielfach über die Grundfragen der zionistischen Ideologie keine Klarheit hat. Der Fuchsenunterricht sollte nicht nach Semestern, sondern nach dem Grad der Vorbildung getrennt werden. Für die Anfänger- Fuchsenstunde ist notwendig ein kurzes klares Bild über die verschiedenen geistigen Strömungen in der zionistischen Bewegung und über die zionistischen Klassiker, zu denen auch Nordau, Buber, Klatzkin und Gordon zu rechnen sind. Die jüdische Geschichte müßte intensiver in den Fuchsenstunden betrieben werden, ebenso ist es notwendig, die Geschichte unseres Kartells zu kennen. Ich empfehle weiter die Einführung von Wanderlehrern und von Presseabenden. Als Themen für Burschenkurse empfehle ich z.B.: Dokumente zionistischer Politik; das Mandat; Siedlungsfragen; staatsrechtliche Gestaltung Palästinas. Ich halte Kurse für Fuchsmajore für erforderlich. Was stellen wir uns unter politischer Erziehung vor? Es ist nicht unsere alleinige Aufgabe, politische Führer zu erziehen, sondern Menschen zu stellen, die ihr ganzes Leben hindurch dem Zionismus in Palästina und hier dienen. Wir müssen daher bei der Aufnahme hohe Anforderungen stellen. Freundlich (Tchiah) Kothen: Wir müssen beim Keilen sorgfältig auswählen. Eine deutliche Unterscheidung zwischen Fuchsen und Burschen halte ich schon zur Weckung des Ehrgeizes für notwendig. In den Fragen der Disziplin müssen wir uns mit denjenigen Menschen auseinandersetzen, die stets bestrebt sind, nicht zuviel freie Zeit dem Kartell zur Verfügung zu stellen. Vor allem denjenigen, welche in sozialistischen und anderen Jugendbünden sind. Wir brauchen Gemeinschaftsgeist, und dieser wird nur durch geselliges Zusammenleben der Bbr. gefördert. Kantor (Hechawer) Riga berichtet über das Leben in der Rigaer Verbindung. Wir haben uns zur Aufgabe gestellt, zionistisches Verständnis innerhalb der Judenheit Rigas zu schaffen, und es ist uns gelungen, eine größere zionistische Oeffentlichkeit für uns zu gewinnen. Wir bilden in vieler Beziehung das Zentrum des zionistischen Lebens in Riga. Wir versuchen ernsthaft, jedem Bundesbruder Palästina so nahe als möglich zu bringen und haben bestimmte Vorschläge, wie dies herbeigeführt werden kann. Der Landesverband des K. J. V. in Palästina muß stärker belebt werden. Es müßte dort ein Arbeitsbüro gegründet werden. Auch müßte der „J. St." eine hebräische Palästina-Beilage haben. Es müßte eine Verbindung an der Jerusalemer Universität geschaffen werden. Auch wäre in Palästina ein Heim zu schaffen für Bundesbrüder, die nach dort kommen. Wir haben in Riga eine Schülerverbindung gegründet, die nicht nur den Zweck hat, Zuwachs für die Verbindung zu stellen. Diese Gruppe hat in zionistischer Arbeit, besonders in Nationalfondsarbeit, den ersten Platz errungen. Im Verbindungsleben muß der Vortrag eine große Rolle spielen, wobei es gleichgültig ist, ob ihn ein Bundesbruder oder ein Außenstehender hält. Keine Veranstaltung wird bei uns ohne Referat gemacht. Wir veranstalten auch Vorträge vor der gesamten zionistischen Oeffentlichkeit. — Für 53