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Der jüdische Student · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 51)
Language
German
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sondern eine klar gegliederte Organisation junger Studenten, aufgebaut auf dem Rangprinzip und der ungleichmäßigen Aufgabenverteilung. Die Eingliederung muß stufenweise erfolgen, daher ist auch die Teilung in Burschen und Füchse durchaus zweckentsprechend. Sie lehrt den Füchsen» daß eine leitende Stellung in der Verbindung nur durch sachliche Leistung erworben werden kann. Der Verbindungsbeamte, vor allem der Erstchargierte muß mit großer Autorität ausgestattet sein, der Erstchargierte muß der wirkliche Führer der Verbindung, nicht ein reiner Verwaltungsbeamter sein. II. Die Verbindung hat nur Existenzberechtigung als Korporation. Diese Korporation garantiert am ehesten eine Erziehung, welche den zionistischen Notwendigkeiten und unseren Aufgaben entspricht. Das Verbindungsieben soll aber auch eine gewisse menschliche Wärme vermitteln. Wir müssen dem Bundesbruder den gesellschaftlichen Rückhart schaffen, den er anderswo nicht hat oder durch den Anschluß an den Zionismus verliert. Hier hat das K. J. V., bzw. die einzelne Verbindung viel gesündigt. Wir haben die Verbindung zu einem reinen Diskutierklub erniedrigt. Die Gemeinsamkeit der Ueberzeugung reicht nicht aus> um eine vertiefte menschliche Beziehung herzustellen. Wir müssen auch die Institutionen schaffen, in denen sich die Bundesbrüderlichkeit Ausdruck verschafft. Wir leiden darunter, daß wir im Ueberschwang unsere sämtlichen Gesellschaftsformen überrannt und nur die gähnende Leere eines auf das formale und intellektuelle unserer zionistischen Existenz zielenden Verbindungsbetriebs übrig gelassen haben. Jüdische Feste, welche die Chance sind, die uns von der jüdischen Gegenwart gelassen ist, werden von uns nicht gefeiert. Wir müssen wieder die Form finden, die uns erlaubt, in Lebensfreude und Frohsinn beisammen zu sein. Gemeinsame Feiern, Gesang, Tanz wirken gemeinschaftsbildend und tragen zur Verbindungsfreudigkeit bei und steigern damit auch die Aktivität der Bundesbrüder. III. Feier jüdischer Feste, gesellschaftliche Veranstaltungen müssen in das Programm der Verbindung aufgenommen werden. Die Kneipe ist als inoffizielle Veranstaltung wieder einzuführen; ein Liederbuch ist vom Präsidium sofort herauszugeben. Notwendig ist auch der Comment-Unterricht im Sinne eines Lebens- Unterrichtes, nicht nur der Uebermittlung von gesellschaft ichen Formen. Das Sexualproblem, überhaupt alle Fragen, die das bürgerliche Leben der Bundesbrüder betreffen, sind hier zur Diskussion zu stellen, auch die Kartellgeschichte muß in diesem Rahmen erörtert werden, daher: , IV. Wiedereinführung des Comment-Unterricht s. Wenn wir uns nun unserer Funktion innerhalb der zionistischen Bewegung zuwenden, so ist zu sagen, daß unsere Arbeit ein ganz anderes Gesicht bekommen muß, wenn wir unser Ziel, Stütze und Vortrupp des 51

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