Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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Eigenem in der Lage ist, unterstützungsbedürftigen und -würdigen Bundesbrüdern bei einer Existenzgründung zu helfen. Die Kredit- oder Bürgschaftgewährung der Kreditgenossenschaft soll abhängig gemacht werden von der gewissenhaften Prüfung aller ideellen und materiellen Momente, die für die Unterstützung von Bedeutung sind. Es wird geprüft werden, ob der Bundesbruder gewillt ist, jüdisch und zionistisch auch später in seiner Selbständigkeit zu arbeiten und das Erziehungsideal, das wir uns bemühen im K. J. V. zu geben, zu verwirklichen. Die Unterstützungskasse soll das Recht haben, die Verhältnisse und die Eignung der Bundesbrüder genau zu prüfen. Sie soll weiter verpflichtet sein, sich selbst ein Bild darüber zu verschaffen, ob die von den Bundesbrüdern in Aussicht genommene Existenz die Möglichkeit zur Kreditrückzahlung und auch für den Bundesbruder genügende Garantie für eine Daüerexistenz bietet. Die Genossenschaft hätte also auch hier eine beratende Funktion. — Es ist unbedingt darauf zu achten, daß der Bundesbruder sich nicht nur auf die Genossenschaft verläßt, sondern auch von sich aus alle Hilfskräfte mobilisiert, die ihm zur Verfügung stehen, entweder durch Beschaffung eigenen Kapitals oder mindestens durch Beibringung von Bürgschaften, die die Bürgschaft der Kasse ganz oder zum Teil decken. Es ist immer wieder darauf hinzuweisen, daß die Kasse keine Wohltätigkeitsinstitution sein soll, sondern nur auf rein geschäftlicher Basis wirklich produktiv und mit Erfolg arbeiten kann. Zur weiteren Sicherung wäre der Bundesbruder verpflichtet, bei einer von der Kasse zu benennenden Versicherungsgesellschaft eine Lebensversicherung mindestens in der Höhe des gewährten Kredits abzuschließen und die Police an die Unterstützungskasse unter Benachrichtigung an die Versicherungsgesellschaft als Sicherheit für den Kredit zu verpfänden. Wir glauben, daß unter diesen Voraussetzungen das Risiko der Kreditgenossenschaft und damit der haftenden Genossen so gering ist, daß keiner aus diesen Gründen Bedenken gegen einen Beitritt zur Genossenschaft zu haben braucht. Mit der Zeit wird es der Kreditgenossenschaft auch möglich sein, aus Versicherungsprovisionen, Zuwendungen der unterstützten Bundesbrüder usw. sich einen Fonds zu schaffen, der es ermöglicht, ein Risiko der Genossen überhaupt auszuschalten. Dies sind, naturgemäß nur flüchtig skizziert, die Gründe, die uns zur Gründung der Kreditgenossenschaft geführt haben und die Grundsätze, nach denen sie arbeiten soll. Wir selbst haben auf zwei Versammlungen des Bezirksverbandes Mitteldeutschland und einer erweiterten Präsidialsitzung in Berlin die Gründung für unbedingt notwendig gehalten und vollzogen. Wir hoffen von Euch, daß Ihr durch Beitritt und Mitarbeit uns die Möglichkeit geben werdet, das nach Ueberzeugung aller sehr wichtige Werk auch erfolgreich durchzuführen. Wir glauben, daß mit verhältnismäßig wenig Arbeit, wohl aber mit starkem Willen und Disziplin das Werk leicht durchgeführt werden kann und auch wird durchgeführt werden müssen, weil die Notwendigkeit hierzu sich immer stärker zeigen wird. Je eher wir damit anfangen, desto leichter wird alles sein und desto sicherer der Erfolg. Verhelft uns durch Euren Beitritt und Euere Mitarbeit zu diesem Erfolge, der eine große Tat des K. J. V. werden kann. 00 Bezirksverband Mitteldeutschland. r> i a gez. Goldwasser.