Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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an der objektiven zionistischen Situation, durch das Streben nach ihnen wird unser Bund eine fortschreitende, sich entwickelnde Bewegung. Diese Gegenüberstellung von Alter und Jugend, Subjektivisten des Kartells und Fanatikern der Bewegung, ist dem Kartell nicht neu. Verhängnisvoll scheint es mir, daß dieser Gegensatz bisher immer in der Form des Kampfes zwischen dem historischen und dem rationalen Menschen auftrat, zwischen dem, der von der Form, und dem, der vom Inhalt herkam. Es gehört keine große Philosophie dazu, um zu erkennen, daß das produktive Ergebnis auch hier nur die Synthese sein kann. Das Schicksal des Kartells hängt davon ab, ob sie gelingt! Gemessen an dem hieraus für das Kartell abzuleitenden Ideal einer starken und ihrer spezifischen Bedingungen stolz bewußten, aber sich in stetig fortschreitendem Bemühen an den letzten und schwersten Zielen des Zionismus orientierenden Bewegung hat das letzte Präsidium in seiner Amtsführung versagt. Es ist kein Zufall und keine Frage einer Person, daß auf dem Gebiete der Erziehungsarbeit von diesem Präsidium so gut wie nichts erreicht wurde, es ist vielmehr die notwendige Folge seinef inneren Zugehörigkeit zur „Partei" des Alters im Kartell (was keine Frage des zahlenmäßigen Alters seiner einzelnen Mitglieder ist). Darüber hinaus ist von diesem Präsidium, daß sich auf seine organisatorische Einstellung soviel zugute tat, im Sinne einer tiefer (nämlich pädagogisch) verstandenen Bewertung organisatorischer Beziehungen nichts erreicht worden. — An das neue Präsidium, das dieser Kartelltag zu wählen hat, werden wir nicht zuletzt die Frage richten müssen, ob es für die besondere Situation des Kartells und ihre Forderung: die Hinführung des Kartells zu seiner zionistischen Leistung auf dem Wege über organisatorische Kleinarbeit, das nötige Verständnis hat. * Palästina, ein werdender Staat. Von Ernst Markus. Wir verweisen heute noch einmal auf das im vorigen Monat erschienene wichtige Buch von Bbr. Ernst Markus über die Völker- und staatsrechtliche Gestaltung Palästinas, dessen ausführlicher Prospekt der letzten Nummer des „J. St." beilag. Das Buch, das in politischen und wissenschaftlichen Kreisen eine ausgezeichnete Aufnahme gefunden hat, ist inzwischen auch von Bbr. Herlitz in der „Rundschau" besprochen worden. Wir können uns daher an dieser Stelle damit begnügen, alle Bundesbrüder, die an den politischen und rechtlichen Problemen Palästinas interessiert sind, auf den Wert des Buches und dem Umfang seiner Quellendarstellungen aufmerksam zu machen. Der Verlag Noske in Leipzig hat sich freundlicherweise bereiterklärt, die Subskriptionsfrist für das Buch bis zum 10. März zu verlängern, so daß es für die Bundesbrüder auf Bestellung beim Präsidium bis zu diesem Termin zum Preise von 9,50 M. erhältlich ist. Im nächsten „J. St." wird Bbr. Hilb, Haifa, die Schrift ausführlich besprechen. 36