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Der jüdische Student · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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VI. Eine Reihe anderer Vorschläge, die zu machen wären, können hier aus Raummangel nur angedeutet werden. Sie beziehen sich auf gewisse Verbindungsformen: Wandern, Sport, Singen (Liederbuch!). Ueberwindung der letzten „akademischen" Zöpfe und Embleme (Zipfel z. B.). Bewußter Ausbau des korporativen Charakters der Verbindungen, soweit er zionistisch-pädagogische Werte enthält: Uebung im Dienen, Disziplin, Herstellung absoluter Zuverlässigkeit der Leistung durch äußerliche und deshalb sicher wirkende Mittel (Autorität der Verbindungsbeamten, Pönierungen), Pflege der Konvente als wichtigste Mittel der politischen Charaktererziehung usw. Ein besonderes Problem ist die Frage der allgemeinen Bildung im K. J. V., das organisatorisch sehr schwer faßbar ist, evtl. durch den „J.St." (Gemeint ist die allgemeine geistige Unfundiertheit sehr vieler junger Bundesbrüder, das fehlende Verhältnis zu geistigen Werten überhaupt, vor aller zionistisch-jüdischen Entscheidung, das nicht alleini auf zionistisch-jüdischem Boden vermittelt werden kann, sondern durch den Versuch einer ergänzenden allgemein-humanistischen Erziehung.) Ueber alles dieses und sicher noch viele andere Punkte sind organisatorische Vorschläge möglich und — wünschenswert! und für keinen der hier gemachten wird irgendeine Art von Unfehlbarkeit in Anspruch genommen. Ich würde es mir bereits zum Verdienst anrechnen, die Aufmerksamkeit der Bundesbrüder auf die Notwendigkeit dieser, der organisatorischen, Betrachtung unserer Fragen hingelenkt zu haben. Polemik. Aus den Debatten der letzten Kartelltage scheint hervorzugehen, daß nach einer Zeit organisatorischen Verfalls nunmehr seit dem Berliner Kartelltag 1928 eine Epoche des organisatorischen Wiederaufbaus eingesetzt habe. Versteht man darunter die Wiederbefestigung der organisatorischen Grundlagen des Kartells, so kann man diese Meinung anerkennen. Tatsächlich ist es unbestreitbar ein Erfolg der letzten zwei Jahre, daß das geordnete und sichere Funktionieren der Kartelleinrichtungen: Finanzen und „J. St.", Ueberweisungen und Keilarbeit, erreicht wurde. Darüber hinaus mag die Festigung des persönlichen Zusammenhalts der Bundesbrüder, allerdings ganz überwiegend in der Altherrenr Schaft, geglückt sein. Trotzdem muß hier die Frage gestellt werden, ob die Forderung des organisatorischen Aufbaus des Kartells erfüllt ist, bzw. ob sie sich als Forderung in der Anerkennung der Notwendigkeit eben dieser Grundlagen jedes Kartell-Lebens erschöpft! Es muß heute mehr als die Einsicht, es muß das lebendig aktive Gefühl dafür hergestellt werden, daß das Kartell sich nicht genügt, wenn es seine Aufgabe vor allem in seiner Selbsterhaltung als einer zionistischen Position sieht. Die wichtigste Aufgabe des Kartells liegt in der Arbeit an der Aktivitas, der Jugend, in seiner Leistung als Erziehungsbund. Diese Erziehung hat sich ihre Ziele zu holen von der Orientierung 5

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