Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Ii ei triebe Erziehung durchführen kann ohne eine dauernde, planmäßige, organisierte Wechselwirkung derer, die diese Arbeit leisten. Man Mage nicht über Dürftigkeit des ,J. St." oder das Mißlingen von Tagungen: solange es im Alltag der Arbeit an jeder organisatorischen Basis für eine wertvolle Diskussion fehlt, kann man nichts anderes erwarten. Freilich gehört zu alledem etwas: Mut zum eigenen Geist! Nicht den geringsten Wert solcher Zusammenfassung sehe ich in der Ueberwindung gewisser Erscheinungen eines „bayerischen" Verbindungspartikularismus, furchtbare Symptome eines egozentrischen Kartellphilisteriums, vor dem wir nicht genug auf der Hut sein können. Praktisch würde sich die Tragweite dieses Vorschlags auf unsere fünf .rheinischen Universitäten (in zwei Bezirken), auf Berlin (evtl. mit Hamburg und Leipzig) und, etwa, Breslau beschränken; besonders wichtig Berlin, wo die Chancen an sich ungeheuer sind. Man sollte aus dieser Sachlage die einzig entsprechende Konsequenz ziehen, aber nicht mit der Haltung des Experimentierens, sondern mit Ausdauer und dem guten Willen, die Anfangsschwierigkeiten durch zähes, gemeinsames Arbeiten zu überwinden. III. Man klagt über das schlechte Niveau unseres Fuchsenunterrichts, veröffentlicht Programme, „Lehrpläne" usw., ohne irgendeinen Einfluß darauf, wie ernst oder nicht solche Dinge in den Verbindungen genommen werden. Dabei gibt es ein wichtiges Kontrollmittel bei uns: das Burschenexameni. Wie wirkt es? — Bestenfalls wie ein leichtes Examen, auf das man sich einpaukt, mit dem Ergebnis, daß man vier Wochen nachher das beruhigende Gefühl hat, eine Anzahl nützlicher Dinge einmal gewußt zu haben. Kompendien spielen bei der Vorbereitung eine traurige Rolle. Hat ein Erziehungsbund wirklich keine anderen Möglichkeiten der Kontrolle? Ich schlage vor: 8. Einführung einer obligatorischen schriftlichen Burschenarbeit aus dem Gebiet der Palästinakunde, Tendenz, zionistischen Politik, ausnahmsweise (bei besonderer persönlicher »Neigung) jüdische Geschichte. Das Thema ist von der Kommission zu billigen. 9. a) Voraussetzung der Zulassung zum Burschenexamen ist das Gutachten einer Kommission bestehend aus: 1. Leiter des Fuchsenkurses, 2. Fuchsmajor oder einem anderen Burschen, 3. Leibbursch des zu rezipierenden Fuchsen. Das Gutachten bezieht sich auf die Vorbereitung des Fuchsen in folgenden Fächern: 1. Zionistische Theorie (Tendenz). 2. Zionistische Politik und Palastinakunde. 3. Grundzüge der jüdischen Geschichte und Volkskunde. 4. Kartellgeschichte und -Organisation und Lage der jüdischen Jugend in Deutschland (Organisationen, Tendenzen). Das Gutachten beruht auf persönlicher, ständiger Fühlungnahme der Kommission mit dem Fuchsen. Dem Gutachten ist ein Verzeichnis der gelesenen Bücher beizufügen, für dessen Richtigkeit 32