Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1929-12-01 · Heft 10 (Dezember 1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 10 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3537599-3537802-3537811--7364-3545406
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Burschenprüfung soll möglichst auf Feststellung gerichtet sein, ob der zu Prüfende genügend Verständnis und Wissen der wichtigeren Gegen-. stände sich angeeignet hat und besonders, ob er imstande ist, die in der Fuchsenstunde behandelten Ideen und seine eigene Stellung dazu darzustellen. Das Fragen nach zu vielen Einzelheiten soll vermieden werden. Dasselbe gilt für Palästina. In Geschichte wird . ohnehin in den meisten Verbindungen, wo sich ein Geschichtskurs für Füchse nicht hat einrichten lassen, nur die Kenntnis der Entwicklungslinien und der wichtigsten Tatsachen verlangt werden können. Für die Burschenprüfung ist Ablieferung einer Burschenarbeit zu verlangen, welche die Darstellung eines Themas ihrer Tendenzfuchsenstunde zum Gegenstand hat, und zwar eines solchen, bei dem es weniger auf Tatsachen, als auf Verständnis ankommt. Diskussion. Bbr. Besser freut sich, daß diese Tagung einberufen wurde, auf der man sich frei von allen politischen Fragen, über die tatsächliche Arbeit im Kartell unterhalten kann. Es ist festzustellen, daß sich schon unsere jüngeren Bundesbrüder stark auf ihre berufliche Ausbildung einstellen und der Verbindung nur einen geringen Teil ihrer Zeit widmen. Wir treffen auch bei der Aufnahme nicht die richtige Auswahl, und sehen mehr auf Masse als auf Qualität. Unsere Verbindungen sind daher keine qualifizierten Kreise mehr. Die zionistische Ideologie muß im Vordergrund der Erziehung stehen. Es ist besser, den Füchsen nicht mit einer festen Meinung gegenüberzutreten, sondern sie zunächst an die Quellen des Zionismus heranzuführen und sie dazu zu bringen, daß sie von selbst zu einer fest fundierten eigenen Meinung kommen. Ein großer Mangel ist die Ungleichmäßigkeit der Ausbildung in den verschiedenen Verbindungen. Dem Präsidium erwächst daher die Verpflichtung, die Kurse in den verschiedenen Korporationen aufeinander abzustimmen. Die Einrichtung der Arbeitskreise halte ich nicht für durchführbar. Dagegen wäre es gerade für die Sommer-Verbindungen äußerst wichtig, wenn sie den Besuch eines Bundesbruders bekämen, der als eine Art Wanderlehrer zu ihnen kommt, kurze Zeit bei ihnen bleibt und in dieser Zeit in der Erziehungsarbeit der Verbindung das gibt, was sie mit ihren eigenen Kräften nicht leisten kann. Bbr. Winter glaubt, daß die Echtheit der zionistischen Idee im K. J. V. verlorengegangen ist. Wir sind heute nicht mehr attraktiv für wertvolle Menschen. Wir erfassen nicht den ganzen Menschen. Es wird bei-uns ein Unterschied gemacht zwischen zionistischer Arbeit und persönlichen Interessen, wobei die letzteren außerhalb der Verbindung stehen, während sie mit in die Verbindung hineingezogen werden müßten. Zionismus ist kein Studium, sondern eine bestimmte Vorstellung von der Art, wie wir unser Leben leben sollen. Das Ziel ist die Erziehung zum politischen Menschen, der sein Betätigungsfeld im jüdischen Volk findet. Was nun die eigentliche Erziehungsarbeit betrifft, so müßten wir versuchen, auf zwei Punkten vorwärts zu kommen: Aktualisierung und Nationalisierung. Wir müssen von Zeit zu Zeit Abende veranstalten, in deren Mittelpunkt die palästinensische 24

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.