Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 10 (Dezember 1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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gefüllt. Bis Ende des ersten Semesters (Sommersemester) Behandlung etwa der Gegenstände, die im Schema unter I bis VII aufgeführt sind. IV. Die Fuchsenstunde, besonders die Tendenz-Fuchsenstunde, soll kein Kolleg sein, sondern ein gemeinsames Erarbeiten der Gegenstände auf der Grundlage der Arbeit aller Teilnehmer (Referate, Privat-Lektüre, Diskussion). Die Tendenz-Fuchsenstunde darf auch nicht im wesentlichen im Zitieren von Schriftstellern bestehen. Der Kursleiter soll in erster Linie seine eigene Meinung vertreten. Das soll allerdings nicht heißen, daß die Lektüre der zionistischen Klassiker und die Darstellung ihrer Meinungen in den Hintergrund treten sollen. Herzl und Achad Haam, Heß und Pinsker sollen studiert werden, nicht nur wegen der unübertrefflichen Formulierung vieler Erkenntnisse, sondern auch weil aus der Art, wie sie an die Dinge herangehen, viel zu lernen ist (besonders aus den kritischen Artikeln von Achad Haam auch aus solchen, die gegenwärtig gar nicht mehr aktuelle Fragen betreffen). V. Die Grundlegung des Zionismus hat heute wie früher auszugehen von der Erkenntnis der Unmöglichkeit und Unwürdigkeit der jüdischen Lage und von der Existenz und dem Lebenswillen des jüdischen Volkes, also von nationalen jüdischen Gegebenheiten. Die Auseinandersetzung mit anderen gegenwärtigen Strömungen muß stattfinden, aber es ist abzulehnen, den Zionismus von diesen aus und als eine ihrer Erscheinungsform zu begründen (z. B. eine Erscheinungsform des Sozialismus oder jüdischer Religion zu begründen). VI. Der Palästina-Fuchsenkurs soll einen Ueberblick über das Land, seine Bewohner (Araberfrage), seine Verfassung und über die bisherigen Leistungen der jüdischen Arbeit geben. VII. Die Burschenkurse haben zum Ziele: 1. die Pflege des Aktuellen (z. B. jetzt Araberfrage, englische Politik im Nahen Orient, empfehlen auch regelmäßige Erörterungen auf Grund der von der Exekutive herausgegebenen Presse-Revue); 2. intensive Behandlung einzelner Gebiete aus der Tendenz-Fuchsenstunde (z. B. Lage der Juden in den verschiedenen Ländern) über Auseinandersetzungen mit Strömungen innerhalb des Zionismus; 3. Geschichtliches (z. B. Emanzipations-Geschichte, Kongreßgeschichte, alte jüdische Geschichte); 4. Bibel (z. B. die Propheten). VIII. Die Burschenprüfung soll bestehen: aus Prüfung über 1. Tendenz, 2. Palästina, 3. Geschichte, 4. K. J. V.-Verfassung und allgemein Studentisches. 23