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Der jüdische Student · 1929-12-01 · Heft 10 (Dezember 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 10 (Dezember 1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Herten Formen zu leben und Treue und Verehrung für anerkannte Führer zu beweisen. Unser System soll weder jesuitische noch faschistische Prägung haben. Es soll jedoch die Menschen so stark beeinflussen können, daß es sie aus ihrem gewohnten geistigen Milieu und ihrer äußeren Umgebung herausnimmt und sie für eine gewisse Zeit in einen fest umrissenen Rahmen einzwängt. Dieser Zwang muß als selbst gewählt erscheinen. Ja, es muß sogar als besondere Ehrung gelten, in den Kreis der Menschen aufgenommen zu werden, die sich dem System unterworfen haben. Der Kreis oder die Kreise von Menschen, die hier gebildet werden sollen, werden dem Umfang nach erheblich kleiner sein als unsere heutigen Verbindungen. Es wird sich sogar als notwendig herausstellen, eine sehr scharfe Auswahl unter den Menschen zu treffen, die dem Alter, ihrer akademischen Zugehörigkeit und ihrem Lebensstil nach (ich lege auf jedes dieser ärei Dinge Wert) für uns geeignet sind. Es gibt zwei Formen von Gemeinschaften, ähnlich der Gemeinschaft, die mir hier vorschwebt. Die eine ist das englische „College", die andere Form ist die „Chawurah". Beide sind Vorbereitungsgemeinschaften junger Menschen. (Chawuroth sind solche Gruppen von neu ankommenden jungen Chaluzim, die sich einer gewissen Akklimatisierung an andere Menschen unterziehen, um später in Kwuzoth oder Moschawoth aufgenommen zu werden.) Es wäre möglich, den Namen Chawurah für unsere Gemeinschaften zu übernehmen, doch entspricht natürlich weder die wirkliche Chawurah in Palästina noch das oben erwähnte College des englischen Studenten genau dem Arbeits- und Erziehungskreis in dem neuen Erziehungssystem. Durch die Schaffung dieser Gemeinschaften wird vor allem ein zionistisches Milieu geschaffen. Zugleich ist es auch möglich, den persönlichen Daseinskampf für den Einzelnen zu erleichtern, ihn neben seiner zionistischen Erziehung auch auf sein Studium zu konzentrieren und ihm im übrigen eine bestimmte Lebenshaltung zu vermitteln, die wir erstreben. In dieser Richtung ist das innere Leben der Chawuroth auszubauen. Doch fassen wir unser System nunmehr in einige Leitsätze zusammen, die ich hiermit zur Diskussion stelle. IV. Schema eines neuen Erziehungssystems im K. J. V. K.J.V.-Erziehung erfolgt in Erziehungskreisen (Chawuroth). Diese Kreise sind nach außen hin geschlossen. Die Aufnahme von Novizen (Zairim Füchsen) erfolgt nach genauer Prüfung in feierlicher Form. Maßgebend für die Tauglichkeit des Zair ist akademische Zugehörigkeit, Unabhängigkeit in wirtschaftlicher Beziehung (selbstverständlich auch durch Selbstverdienen möglich) und entsprechendes Alter. Jeder Kreis wird geleitet durch einen Führer (Rosch), der in allen persönlichen Dingen den übrigen Mitgliedern gleichgestellt ist, der jedoch für die Erziehung gegenüber der dem Kreis übergeordneten Körperschaft verantwortlich ist. Das Erziehungsprogramm wird durch die alljährliche oder halbjährliche Moazah bestimmt. Die Ueberwachung des Erziehungsprogrammes geschieht durch den Waad. Dieser hat im übrigen die Vertretung nach außen hin und entspricht dem alteai Präsidium, während die Moazah etwa dem Kartelltag entspricht. 13

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