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Der jüdische Student · 1929-11-01 · Heft 9 (November 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 9 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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rischem Wirken sich das National home des jüdischen Volkes bilden und vollenden wird. Sie dürften sogar nur Beobachter unseres* Tuns sein. - Es genügte uns schon. Aber sie sind Störer, heimtückische und im besten Falle schadenfroh über unsere Schwäche und über das unsichere Tasten unserer — ach so! — unerfahrenen Hände. Die Juden wissen es und sie hätten sich in ihrem — optimistischen! — Fatalismus darauf eingestellt und damit abgefunden, wenn die Brutalität der Ueberfälle sie nicht hodfrrisse und die Niedertracht der Beamtenschaft sie nicht zwänge, sich umzustellen. Das Recht auf die mildernden Umstände ist verwirkt: vielleicht wußten die Beamten nichts von dem aufziehenden Unwetter aus Dummheit, Unbedachtheit, Pflichtvergessenheit, Whiskydämmer. Vielleicht haben die wunderlichen Hüter des Mandates die Ruhe gesichert, als der Aufstand drohte, aus dem Antijüdischen ins Antibritische umzuschlagen'. Aber sie versuchen jetzt zum eigenen Schutz für die Inquiry-Kommission das Material für die — Schuld der Juden zurechtzumachen. Mr. Luke, civil secretary, Vertreter des High Commissioners, steht in dem Rufe, ein besonders gewandter Berichterstatter zu sein. In seinem ersten öffentlichen Communique über den arabischen Umzug an der Klagemauer war jede einzelne Angabe, wie die Klarstellung der temporären zionistischen Exekutive (Hoofien und Horowicz) zeigte, lügnerisch entstellt. Selbst der angegebene äußere Anlaß; war falsch: es war nicht der Geburtstag des Propheten! Jetzt wird Jabotinsky zitiert, weil sein Warnruf die Augen der „diplomatisch" hypnotisierten-Judenheit aufriß und sein Weckruf Tel-Awiw und Haifa vor dem Schicksal von Hebron und Safed bewahrte und Chederah und Petach Tikwah vor dem Schicksal Artufs und Mozas. In den niedergebrannten Gehöften, in denen die Arbeit einer Generation vernichtet wurde, sieht man jetzt noch — Waffen! Zwei jüdische Knaben, die sich gegen eine tausendköpfige Banditenhorde in Hebron mit Eisenstöcken stellten, haben die Blutgier entzündet. Wir werden uns nicht wiedererkennen im Spiegelbild" der „Berichte". Wie verzerrt, sinnlos übergrößert, unterbelichtet und wieder im Flackerschein greller Fackeln waren schon jetzt die Nachrichten der arabischen und englischen Reporter, denen allein man zunächst den Draht freigab: es mußte ein Riesenbrand sein, daß das Maß unserer Sünden ins Ungeheure wüchse. W i r reißen die Erde an uns, wir jagen die Aermsten von der Scholle, wir tasten mit frevler Hand nun an das Heiligste. Wir! — Mit einem Schlage war die Einheit des jüdischen Volkes wieder hergestellt, gewiß die Einheit des jüdischen Palästina, an die wir uns in der parteilichen Dekomposition kaum noch zu erinneren wagten. Sie empfanden uns als die Einheit und wir wurden es — jn der Abwehr! Nur so ist die* geschlossene Front in der Frage verständlich. Für die positive Lösung des Problems — für die „Befreiung" der Mauer von Schmutz, Schimpf und Fanatismus — hat es immer (auch noch nach der Balfour-Deklaration) Möglichkeiten, Gelegenheiten und Geld gegeben. Aber für diese Tat war nie eine Einheitsfront zu gewinnen. Die Frommen wollten die Schmach um die Mauer, daß dieses grausige Beispiel die Größe unserer nationalen Trauer, die Schwere des Verlustes für immer bezeuge. Die Zionisten sahen dringlicheres Werk. Erst als unter dem perfide zwinkernden Blick der Herren 15

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