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Der jüdische Student · 1929-11-01 · Heft 9 (November 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 9 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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wendigkeit einer Verständigung zwischen Juden und Arabern auf der Basis direkter Verhandlungen zum Ausdruck bringen sollte. Und was nun — last not least — unsere augenblickliche Arbeit in Palästina erfordert, so können wir nichts weiter tun, als die Arbeit fortsetzen, ohne davon viel Aufhebens zu machen, auch ohne sie allzu krämpfhaft zu forcieren, die Selbstwehr ausbauen, unsere. Bereitwilligung zur Verhandlung nochmals betonen (aus moralischen Gründen der Welt gegenüber!), alle Verständigungsmöglichkeiten ausnutzen, ausgedehnte Aufklärungsarbeit unter Arabern und Christen Palästinas treiben und — ganz besonders wichtig — den hysterischen Chauvinismus in unseren Reihen bekämpfen; doppelt wichtig für unsere Menschen drüben ist heute Selbstdisziplin und kühles Blut; für alle anderen aber leidenschftliche Anteilnahme und äußerste Aktivität. Hierzu rufe ich euch auf! Möge nie der Tag kommen, an dem ihr euch Vorwürfe machen müßt, im entscheidenden Moment versagt zu haben! Nach dreißig Tagen. Von Theodor Zlocisti (Tel-Awiw, V.J. St., Berlin, A. H.). Balfour-Deklaration, National Home, Mandatar sind viel zu komplizierte Begriffe. So kompliziert, daß sie nicht geradewegs in das Hirn der englischen Beamtenschaft eingehen und daß sie in ärgerlichen Situationen sogar von zionistischen Führern verkannt und verbannt werden. Für den arabischen Mob, den verelendeten Fellachen und den Halbbeduinen, dessen Weidegründe die entwüstende Kultur von Jahr zu Jahr fester engt, muß der Marschruf derber sein; sinnfälliger. Kleiner Einsatz, großer Nutzen. Am 1. Mai 1921'hieß er ... Ja, das war eben ein ganz besonderer erster Mai. Es war ein erster Erstermäi in Palästina. Vor ein paar Monaten war der Einwanderung die Türe geöffnet worden. Und mit Kling und Klang war jüdische Jugend eingeströmt, die berufen war, die sich in Second band Ekstase berufen fühlte oder die Brotkartenmüdigkeit und Uebersättigung mit großer Zeit als genügend massives Aktivum betrachtete, die neue Wirtschaft, die neue Menschheit, das goldene Zeitalter der Dichter und Denker in dem neuen Lebengraum, dem alten Palästina, zu errichten. Wirklich, es war eine köstliche Symphonie von bärenhafter Kraft und Ungeschicklichkeit, von schöpferischer Heiterkeit und romantischem Spiel, von starker Verbundenheit und einer Freiheit aus der Entbundenheit von Sitte, Brauch und Satzung. Und von Marx und Herzl, Lenin und Arnos, Nietzsche und Jesajah tönte die Runde: Haj i nu K'cholemim ... Ja, es war der erste Erstemal und aus Weit und Breit sammelten sich die roten Fähnlein und riefen im schärfsten nationalen Chauvinismus die Arbeiter aller Länder zur Vereinigung auf. Die Fähnlein flatterten in den sonnigen Lenzmittag, und die Schüsse knallten Entsetzen und Tod. Und heiser heulte der Ruf: Die Moskowiter kommen und wollen unsere Habe rauben. 10

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