Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 8 (Oktober 1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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nähme des Schul- und Sanitätswesens. Die Erfüllung nur dieser Forderungen kann uns im Jahre bis 1 Million Pfund einbringen, dazu die budgetmäßige Million Pfund der neuen Jewish Agency, und all dieses Geld lediglich für Kolonisation verwendet: sollte da nicht Tempo in den Aufbau hereinkommen? England ist selbstverständlich auch zu Schadenersatz verpflichtet, da es uns ja entwaffnet hat unter dem Vorwande, für die Sicherheit von Werk und Leben zu garantieren. Endlich muß es den Arabern schwere Kontributionen auferlegen als verdiente Strafe und als Warnung, derartiges nochmals zu versuchen. Die Hauptforderung aber muß die Hebung der Stellung der Jewish Agency sein, die tatsächliche mitberatende und mitregierende Macht in die Hände bekommen muß. Nur dies kann uns vor den Folgen des als drohendes Gespenst vor den Toren stehenden „palästinensischen Parlaments" retten. Kommt dies, so sind wir verloren. Wir werden eine nationale Minorität seiny die von den Arabern schamlos behandelt werden wird. Daher wäre es besser, das gemeinsame Parlament zu hintertreiben und durch zwei Parlamente zu ersetzen, die ihre Völker völlig unabhängig voneinander regieren. Die vielen gemeinsamen Fragen wie Eisenbahn, Häfen, Handel und Wandel u. a. können vor einem besonderen Forum zusammen mit der Mandatsregierung, aber auf völlig paritätischer Grundlage, erledigt werden. So würde auch die heikle Frage der jüdischen Majorität im Lande einen ganz anderen Sinn bekommen. Wenn man an Gesamtarabien denkt, nun so werden wir immer ein Tropfen im arabischen Völkermeere sein; wenn auch zu bedenken ist, daß Arabien in verschiedene, sich aufs erbittertste hassende und bekriegende Reiche zerfällt. Was aber Palästina anbelangt, so kann die Umordnung diese Frage völlig ausschalten. Wir bauen eben unser Vaterland auf, und die Araber ihres; und über gemeinsame Fragen verständigen wir uns von Fall zu Fall. Dadurch könnte auch der Mandatsregierung viel Boden zu Intrige und dem Ausspielen des einen gegen den anderen entzogen werden. Wenn wir uns nach diesem versackten und trotz der viel zu vielen, unschuldigen Opfer mißlungenen Aufstand so stark fühlen, wie wir es wohl dürfen und das tun, was jetzt getan werden muß, so kann nunmehr eine neue Periode der Geschichte unseres Aufbaues anfangen: eine Periode der Selbständigkeit, der Unabhängigkeit und des flotten Tempos. Der Jeshuw, der so viel gelitten hat und sich so wacker gehalten hat, hat seins getan. Das Wort hat jetzt die Jewish Agency! * Liebes Präsidium! Euer Telegramm haben wir erhalten. Die Lage im Lande ist schwer. Wenn auch Jerusalem und Tel-Awiw ruhig sind, so hören wir doch dauernd Schreckensnachrichten aus dem Norden. Von dem Judenmassaker in Hebron und Safed habt Ihr wohl auch vernommen. In Jerusalem und Tel-Awiw, sowie in den Kolonien haben sich die Juden heldenhaft vtrteidigt. Wir haben schreckliche Tage erlebt. Einer der ersten Verwundeten war Bbr. Reifenberg, der auf dem Wege von der Universität von Arabern überfallen, niedergeschlagen und beraubt worden ist. Es ist ein Wunder, daß er lebendig davon gekommen ist. Zum Glück erwiesen sich die erlittenen 20