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Der jüdische Student · 1929-10-01 · Heft 8 (Oktober 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 8 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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blufft werden muß. ->o ist es bt-> er, wir bluffen, als daß wir uns vom firoß- Mufti und seinem Kreise mit dem Gaukelspiel panarabischer und nariisiamischer Einheit bluffen la^en. Wir wollen gewiß nicht den Widerstand und die Widerstandskraft der palästinensischen Araber unterschätzen — aber noch weniger dürfen wir den Oroß-Muffti und seinen Kreis einfach mit dem Islam und der arabischen Welt identifizieren. Sonst kommen wir schließlich dazu, uns selbst aufzugeben, weil wir eine Vogelscheuche für einen lebenden Menschen halten. Der arabische Aufstand in Palästina und seine Konsequenzen für Erez~ Israel. Wir haben die furchtbaren Vorkommnisse der letzten Wochen sozusagen aus der Vogelperspektive mitangeseiien; denn bei uns im ganzen Shomron blieb alles ruhig. Unsere Kundschafter gaben uns zwar genaue Auskünfte daß Ueberfälle auf uns geplant seien. Da aber auch unter den noch recht wilden Arabern demokratische Formen eine gewisse Rolle zu spielen beginnen, so berieten sie unter sich in großen und erregten Volksversammlungen in Tel-Kerem und in Nablus; dabei wurden auch Stimmen der Vernunft laut; kurz die „beste" Zeit verstrich, sie konnten sich nicht einiger? bis... englisches Militär erschien und ihnen dadurch die Sache gänzlich aussichtslos erschien. Allen Geheimberichten, die wir erhielten, war eine Note gemeinsam: Immer und immer wieder kam bei den Arabern die Furcht vor Hederah zum Ausdruck, das ihnen bei den letzten Ueberfätlen im Jahre 1Q21 eine so vernichtende Niederlage bereitet hatte. Dabei kamen die Araber damals in dichten Hunderten und unsere Juden standen kaum einige Dutzende gegen sie! Zu dieser Furcht hatten sie auch allen Grund, und ich bin als alter Feldsoldat davon überzeugt, daß wir sie auch diesmal mit blutigen Köpfen* und ohne jeden Erfolg für sie heimgeschickt hatten. Etwas Imposantes hatte es an sich, diese Reaktion Hederahs auf den drohenden Krieg. Uns war ganz klar, Krieg war das nicht; Artillerie, Gas und ähnliches kommt hier gar nicht in Frage, jedoch war. was uns blühte, schlimmer als Krieg. Wäre es ein richtiger Krieg, der Gegner wäre lediglich interessiert gewesen, Hederah einzunehmen. Hier war er lediglich daran interessiert, Blut fließen zu lassen. Raubgier primitivster Art, verbunden mit den niedrigsten nationalistischsten Instinkten, verbrämt vielleicht sogar unter religiösen Rechtfertigungen (ging es doch gegen Ungläubige), kamen zusammen, um die geistigen Unterlagen für ein maßloses Blutbad abzugeben. Das wußte jeder von uns, auch ihre ungeheure Ueberzahl kannten wir gm. Gibt es doch um uns zurzeit einen Kranz von arabischen Dörfern Salate, Sete. Bata, Djat, Djamaleh, Stil usw.. wovon jedes einzelne viel größer ist als wir, und hinter ihnen das große Tul-Kerem, eine richtige Stadt und Herd antisemitischer Bewegung; dazu die endlosen Lager der Primitiven, die Beduinen, das berühmte Infiat. Fukkarah, Dameira, das stundenweite Waadi-Cha\arat, voll von in Zelten hausenden Beduinen und Haibnomaden. Diese Uebermacht gegjn uns mar- 17

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