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Der jüdische Student · 1929-10-01 · Heft 8 (Oktober 1929) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 8 (Oktober 1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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tung der scherifischen Dynastie in ihrem Erblande Hedschas gar nicht erst entstehen zu lassen, in Iba Saud schon in dem Augenblicke aufkam, wo er von-dem Ausgabe 4er Konlerenz in Kairo erfuhr., : Zunächst nahm er, am gleichen Tage, an dem Feisal König von Irak wurde, den Titel eines Sultans von Nedsebd an. Das war eü|e Formalität Aber es war für die Architekten des neuen Reiches eine böse* weil in Ihrer Tragweite nicht erkannte, vielleicht kaum beachtete Realität» daß, fast am gleichen Tage, an dem steh der Ring der scherifischen Königreiche um ihn schließen sollte, ihn Saud zum vorbereitenden Schlag gegen da* Middle Eastern Empire ausholte. Im August 1921 fiel sein großer Schlag gegen den im Norden an sein Oebiet grenzenden Dschebel Schammar und die seit hundert Jahren mit seinem Hause verfeindete Dynastie Iba Raschid. Von diesem . Tage aß gab es in Zentralarabien nur noch eine» Herrn: Ibn Saud. Im folgenden Jahre schlug er die Ruwailas und setzte sich in Dschauf an der grqßen Karawanenstraße von Damaskus ins Innere Arabien fest. So wurde er Nachbar Frankreichs in Syrien — gleichzeitig aber brach er in die Verbindungslinie zwischen Transjordanien und Irak ein.. Im Herbst 1934 folgte dann der so vorbereitete Stoß gegen das Hedschas, und am 5. Dezember zog Ibn Saud in Mekka ein. Hussein dankte ab und ging in die Verbannung nach Cypern. Ein Jahr spater war auch sein Sohn Ali endgültig geschlagen und aus Dschidda und Medina vertrieben. So scheiterte das mit großem Pomp in Kairo inaugurierte Mddte Eastern Empire, weil die bestem englischen Kenner der arabischen Welt, außer SPhilby, die wirklichen Machtverhältnisse in Arabien, entweder nicht kannten, oder zu verliebt waren in ihren Traum des englisch-arabischen Reiches, um sie kennen zu wollen. IL Dieser erst wenige Jahre zurückliegende Vorfall ist bezeichnend für die Blindheit und Unsicherheit, mit der Europa der Entwicklung in Arabien gegenübersteht Immer wieder versucht man, sie mit Hilfe der psychologischen und historischen Schemata zu begreifen, die man sich in Europa zurechtgelegt hat, weil man nicht .unbefangen genug ist und vielleicht auch nkht sein kann, um sie sich im Lande selbst zu suchen. Man kann eben nicht über seinen eigenen Schatten springen. Das ist auch der Grundfehler von Hans Kohn in seiner sonst ausgezeichneten „Geschichte der nationalen Bewegung im Orient", daß er auf Grund von Analogien aus der europäischen Geschichte mit einer Abschwächung des religiösen Geistes und dem Anbruch eines national-nationalistischen Zeitalters in der islamitischen Welt rechnen zu können meint, ohne zu untersuchen, ob und wieweit der europäische Nationalismus heute noch auf orientalische Verhältnisse anwendbar ist. Nun gibt es aber in Europa beispielsweise kein Gegenstück zu dem oben skizzierten Gegensatz zwischen Zentral- und Randarabien. Denn der Konflikt zwischen Hm Saud , und Hussein war nicht nur oder auch nur in erster Linie eine - dynastische .Angelegenheit Er war ein Konflikt diametral entgegen- H

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