Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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verbände zu beleben. So nahmen vom Präsidium die Bundesbrüder Halitzki und Lewin im März an einer Tagung des Bezirksverbandes Mitteldeutschland teil; ferner die Bundesbrüder Lichtheim und Levvin im April an einer K. J. V.er-Tagung der schlesischen Bundesbrüder in Breslau. Ende Juni fand eine Tagung des Bezirksverbandes Mitteldeutschland in Weimar statt, auf der das Präsidium durch Bbr. Schloß vertreten war. Am 10. Juli fand eine erweiterte Präsidialsitzung mit den Leitern der Berliner Altherrenbünde statt, um die Altherrenarbeit in Berlin zu besprechen. Es ist ferner eine Reichstagung der Leiter der Altherrenarbeit geplant. 5. Sonstige Reisen und Veranstaltungen: Bei ihren Reisen haben die Mitglieder des Präsidiums selbstverständlich auch den Zusammenhang mit den Verbindungen herzusteilen gesucht, und waren nach Kräften bemüht, bei allen größeren Veranstaltungen der Verbindungen vertreten zu sein. Am 30. Juni fand ein Camp der Berliner Verbindungen in Erkner statt, an welchem vom Präsidium Bbr. Ludwig Mayer teilnahm. Bbr. Schloß besuchte die Verbindungen in Heidelberg und Freiburg, Bbr. Halitzki besuchte Bonn, Bbr. Silbert München, Heidelberg und Köln. Bbr. Lichtheim besucht auf seiner Reise zum Kongreß die Verbindungen in Frankfurt a. M. und Heidelberg. 6. Berufs - und Wirtschaftsressort. Am 8. Mai fand eine erweiterte Präsidialsitzung zwecks Aussprache über den Ausbau der Wirtschaftshilfe statt. Ueber diese Veranstaltung, welche im Hause von Bbr. Lichtheim stattfand, wurde in der Mainummer des J. St. ausführlich berichtet. Es wurde zum Schluß der Tagung eine Wirtschaftskommission von fünf Alten Herren gebildet. Die Arbeit des Berufs- und Wirtschaftsressorts setzt eine stärkere als die bisherige Resonanz, besonders auch in dem jüngeren Kreisen des Kartells, voraus. Für die Berufsgruppen der Mediziner und Juristen lagen zahlreiche Niederlassungs-, für Mediziner auch Stellenangebote vor, denen aber keine entsprechende Nachfrage, besonders für Posten in der Provinz, gegenüberstand. Die relativ günstigen Wirtschaftsverhältnisse dieser Berufe verführen dazu, die Vorteile und MöglichU keiten einer zentralen Vermittlungsstelle zu unterschätzen. Durch die Vervollständigung der Altherrenkartothek auf Grund des Schloß'schen Fragebogens gewinnt das Berufsressort die Möglichkeit, seine Arbeit innerhalb des Kartells zu erweitern. Es handeilt sich nicht nur darum, den jBundesbrüdern wirtschaftlich zu nützen, sondern auch, durch Besetzung freier Stellen mit Bundesbrüdern zionistische Stützpunkte zu gewinnen. Hinsichtlich der kaufmännischen und technischen Berufe lagen zahlreiche Stellengesuche aus den Kreisen der Bundesführer vor, Stellenangebote so gut wie gar nicht. Es war nur in vereinzelten Fällen möglich, Erfolge zu erzielen. Der Gedanke der Selbsthilfe hat in Berlin zur Gründung des Verbandes Jüdischer Ingenieure und Chemiker in Deutschland E. V. geführt, mit dem das Berufsressort in engster Fühlung steht. So trostlos es hier auf dem Stellenmarkt für jüdische Bewerber aussieht, bestehen doch Möglichkeiten für bestimmte Spezialisten. Das Berufsressort wird sieh nun durch die in Berlin gebildete Wirtsdnaftskommission in dieser Richtung näher informieren, um den in der 8