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Der jüdische Student · 1929-07-01 · Heft 7 (Juli 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 7 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Das Präsidium hat sich in besondren Sitzungen mit der Frage befaßt, wie die Anteilnahme der Bundesbrüder an der Palastinaarbeit gefördert werden kann. Neben der erzieherischen Aufgabe, die jungen Generationen mit der Idee des Zionismus zu erfüllen, muß auch die Aufgabe gelöst werden, eine neue Chahiziuth der deutschen Zionisten für Palästina heranzubilden. Die ideologischen wie die praktischen Voraussetzungen hierfür müssen von uns geschaffen werden. Beteiligung an gesunden wirtschaftlichen Unternehmungen — wie z. B. an der Gründung unseres Bbr. Wilhelm Brünn —, Ausnützung jeder Uehersiedlungsmöglichkeit, Studium der Landesbedingungen unter dem Gesichtspunkt deutsche Zionisten nach Erez-lsrael zu verpflanzen, diesen ernsten Aufgaben muß das besondere Interesse der leitenden Kreise unseres Kartells gelten. 4. Altherrenverbände: Der Zusammenhang unter den Alten Herren ist für die zionistische Arbeit des K. J. V. in Deutschland von ganz besonderer Bedeutung. Ziel der Altherrenarbeit ist, zu verhindern, daß aus Alten Herren des K. J. V. jüdische Philister werden. Nicht um Bildungs¬ und Erziehungsarbeit handelt es sich, sondern darum, daß in dem Netz von beruflichen und familiären Bindungen die Früchte dieser Bildungs- und Erziehungsarbeit nicht zugrunde gehen. Das K. J. V. ist moralisch verloren, wenn es nicht gelingt, ein bestimmtes Mag bundesbrüderlicher und zionistischer Aktivität zu erhalten und in bestimmte Bahnen zu lenken. Eine solche Aufgabe läßt sich nicht durch gelegentliche Aufstellung von „idealen Forderungen" lösen. Mit den Jahren schwindet der Sinn für Rhetorik als Mittel — und Selbstzweck — und dieses umsomehr, je stärker man in jungen Jahren zu solchen Methoden gemtigt hat. Altherrenarbeit im K. J. V. muß — wenn sie erfolgreich und nachhaltig sein soll — zunächst einmal Kleinarbeit sein. Es handelt sich darum, an die Spitze der Altherrenbünde und Bezirksverbände autoritäre, aktive und nicht schon im ersten Stadium der Arbeit ermüdende Persönlichkeiten zu stellen. Um einen genauen Einblick in das Leistungsvermögen und den Leistungswillen jedes einzelnen Alten Herren zu bekommen, haben wir an rund 1200 Alte Herren einen sehr detaillierten Fragebogen gerichtet. Bis jetzt sind 500 davon zurückgekommen und werden aufgearbeitet. Wir hoffen, auf diese Weise mit der Zeit den Vorsitzenden der Bezirksverbände und Altherrenbünde eine Kartothek mit detaillierten Angaben über sämtliche ihnen zugehörigen Alten Herren zur Verfügung stellen zu können. Dazu ist aber notwendig, daß die Bundesbrüder, die den Fragebogen bisher nicht zurückgesandt haben, dies tun, ohne weitere Mahnung abzuwarten. Die Berliner Altherrenbünde sind verhältnismäßig gut organisiert. Die meisten von ihnen kommen regelmäßig in Pnvathäusern zusammen und es werden dann im Rahmen von geselligen Veranstaltungen Vorträge gehalten. Ein großer Mangel besteht jedoch darin, daß ein erheblicher Teil der in Berlin wohnenden Alten Herren diesen Altherrenbünden noch nicht angeschlossen ist. Im kommenden Winterhalbjahr soll daher der Versuch gemacht werden, neue Wege in der Altherrenarbeit zu gehen. Das Präsidium hat sich bemüht, den Zusammenhang mit den Alten Herren auch in der Provinz durch Teilnahme an Tagungen der Bezirks-

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