Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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z. B. der Misrachi beteiligen könnte. Unser Schulwerk darf nicht angetastet, unsere Schulautonomie nicht geschmälert werden. Unsere Arbeiterschaft muß ihre volle Anerkennung mit all den daraus fließenden Konsequenzen finden. Allgemeiner und nicht von uns aus allein gesehen könnte man sagen: eine Koalition setzt die Anerkennung und ungehemmte Entfaltungsmöglichkeit der spezifischen Aufgaben der Partner voraus und schließt das Prinzip der Duldung des einen durch den anderen ein. Die Gesetze der Rationalisierung dürfen nicht in einer Weise verengt werden, daß sie den Lebensraum der Gruppen und ihrer kennzeichnenden Sendung verkleinern. C. Am kürzesten möchte ich mich hier fassen. Denn eine eingehende Behandlung dieses Punktes würde uferlos werden. Die Diskussion des Konstitutionsentwurfs wird auf dem Kongreß hierüber genug zutage fördern. Koch ist unklar, wie stark die nichtzionistische Welt in der Agency vertreten sein wird, d. h. welche Länder und Organisationen teilnehmen und welche Motorik sie in ihr entfalten werden. Wird die andere Hälfte innerlich und äußerlich schwach sein, so müssen wir die nichtzionistische Judenheit weiter wecken; ist jene stark, so werden wir mit allem Ernst darüber wachen müssen, daß der zionistische Elan und Geist dem Palästina-Werk nicht verloren gehe. In jedem Falle müssen wir in uns das Gefühl wachhalten, daß wir vor Gott und der Geschichte die Verantwortung für das von uns begonnene Werk tragen und es zu gutem Ende führen müssen: Hamahchil bemizwah omrim io g'mor! Probleme des XVI. Kongresses. Von N a h u m G o 1 d rn a n n. Ich will in Nachfolgendem versuchen, vom Standpunkt der Gruppe der radikalen Zionisten, der ich angehöre, zu den von der Redaktion des J.St. gestellten drei Fragen in möglichster Kürze Stellung zu nehmen. 1. Die Gesamtsituation der zionistischen Bewegung als solcher hat sich in den vergangenen zwei Jahren, seit dem letzten Kongreß, keinesfalls — milde ausgedrückt — gebessert. Wenn man von der Krise des Zionismus schon seit vielen Jahren spricht, so äußert sich diese Krise, von aller engeren Parteipolitik abgesehen, vor allem in zwei Erscheinungen: einmal in einer Krise der zionistischen Ideologie und des zionistischen Willens und zum anderen in einer Krise der Zionistischen Organisation. Die zionistische Ideologie befindet sich seit vielen Jahren nicht nur in dem Sinne in einem Stillstand, daß keine ernsthaften' Versuche zur Fortsetzung und Vertiefung unserer Ideologie zu verzeichnen sind, sondern auch, was viel gefährlicher ist, in einem gewissen Zustande des Verfalls. Die elementarsten Grundgedanken des alten politischen Zionismus: der jüdische Nationalismus in seiner Anwendung auf das jüdische Leben der gesamten Welt und die daraus resultierenden Forderungen des nationalen Kampfes und der nationalen Renaissance auch im Galuth; der zentrale Gedanke des Judenstaates in Palästina, ganz gleich, 30