Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3537599-3537802-3537807--7213-3545251
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

so sehr um unserer religiös-kulturellen Ziele wie um der zionistischen Politik willen befürchten wir von diesem Kurse Schlimmes. * B. Drei spezifisch« Aufgaben des Kongresses ~- großenteils Folgerungen aus a) — will ich hier — sehr unvollständig — nennen: 1. muß allen Teilnehmern aus dem judischen Volke klar werden, daß die Zionistische Organisation nicht abdankt. Wir beteiligen die jüdische Welt am Werke^ weil sie mitverpflichtet am Aufbau ist, und weil unsere Kräfte nicht ausreichen. Wir aber erkennen und geloben, daß unsere Aufgabe nicht getan ist. Gegenuber allen Partnern halten wir die Anschauung vom Primat Erez-Israels, von der Techijah, von der einzigartigen Bedeutung der hebräischen Sprache, von dem Galuthwirken im Geiste der zionistischen Lehre aufrecht. Der Misrachi kämpft weiter für die Stellung der nationalreligiösen Tradition, für das Gesetz im Zionismus und lehrt die Orthodoxie, auch wenn sie in die Agencv eintritt, das unzureichende der rein konfessionellen Einstellung, die Gefahr der Separation, die Bedeutung des Volkstums, des Bekenntnisses zu ihm und seinen politischen Auswirkungen. Der Kongreß muß organisatorische Formen finden, um die Erstarkung der Zionistischen Organisation als Gesamtheit und in allen Teilen (v/ohlgemerkt!) zu gewährleisten. Ein kleinliches, neidvolles Bemuhen, die Flügel am Wachstum zu hindern, wird nicht nur die Flügel lahmen, sondern der Gesamtbewegung jede Schwungkraft rauben, sie daran hindern zu fliegen. Wichtiger als die einzelnen Beschlußfassungen wird der Geist der Einheit und Geschlossenheit, wird der heilige, von religiöser Kraft durchpulste Entschluß sein, alle Glieder des zionistischen Organismus emporzureißen und neue Menschen mitzunehmen, die imstande sind zu folgen. Dazu gehört vor allem die Bereitwilligkeit, die großen jüdischen Ideen als Feuersaule auf dem Wege voranleuchten zu lassen, die unser Volk groß werden ließen — in erster Linie die in der jüdischen Geistesgeschichte wirkenden Kräfte des Gesetzes und der Lehre. 2. Es muß eine Exekutive gewählt werden, die nicht nur vom Vertrauen einer zahlenmäßigen Mehrheit getragen ist, sondern auch die a & & 7 ii Richtungen und wesentlichen Anschauungen der Gesamtbewegung spiegelt. Diese Forderung ergibt sich logisch aus allem Gesagten. Wir müssen in jedem Fall — auch wenn man keines der Bedenken gelten läßt, das die Gegner der geplanten Erweiterung der Agency nennen, und ich gestehe: ein absoluter Optimismus ist leichtfertig — stark in die Agencv hineingehen: innerlich und äußerlich. Es soll aber auch ein Ende den versteckten und offenen Versuchen gemacht werden, entgegen den Gesetzen der wirklichen Demokratie (formal ist es leicht, den Schein der Demokratie zu wahren und die Rechte der Mehrheit oder sehr erheblicher Minderheiten, die zusammen Mehrheit sind, mit Füßen zu treten) zu Ausdrucksformen des Volkswillens zu gelangen, die das nicht unzweifelhaft sind. 3. Es kann hier nicht von einem Programm gesprochen werden, das einer Koalition zugrunde zu legen wäre. Nur das eine scheint mir unumgängliche Voraussetzung jeder Koalition zu sein, an der sich 29

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.