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Der jüdische Student · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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eigener Außenpolitiker ist und zionistische Gruppen außenpolitische Sonderaktionen unternehmen, kann nicht auf die Dauer beibehalten werden. 2. Der Kongreß bzw. das Actions-Comite muß die Möglichkeit haben, in bestimmten wichtigen Augenblicken den Fraktionszwang für die Vertreter des Zionismus im Council der erweiterten Jewish Agency zu erklären. Warum wir trotz aller Bedenken eine derartige Stellung des Kongresses für nötig halten, erklärt sich von selbst. Aber wir appellieren an die Führer bestimmter zionistischer Parteien. Wir hoffen, daß das groteske Schauspiel vermieden wird, daß gerade die sich gegen einen solchen Beschluß wenden, die uns die Gefahren der Erweiterung jahrelang schwarz in schwarz gemalt haben. 3. Der letzte Kongreß hat bereits versucht, die zionistischen Kräfte in den einzelnen Ländern in Territorialverbänden zusammenzufassen. Wir halten diesen Versuch für gescheitert, aber wir glauben, daß ein anderer Versuch größere Chancen hat, auch wenn er größere Opfer von einzelnen Gruppen — z. B. von uns selbst — verlangt. Die Hitachduth wird versuchen, eine Organisationsreform in dem Sinne anzubahnen, daß die nebeneinander stehenden Föderationen sich in Fraktionen verwandeln. Auf diese Wreise soll in jedem Lande eine einheitliche zionistische Organisation geschaffen werden, die, unbeschadet aller Meinungsditierenzen im Innern, nach außen geschlossen und stark aufzutreten vermag. Auf den dritten großen Problem-Komplex, auf unsere Stellung zur Mandatsregierung, muß noch mit einigen Worten eingegangen werden. Doch nicht deshalb, weil diese Frage in besonderer Weise aktuell ist, im Gegenteil, die Hitachduth verwirft jede grundsätzliche Revision unseres außenpolitischen Kurses. Aber es muß klar und deutlich gesagt werden, warum. Wir bekämpfen den Revisionismus nicht als Partei, dazu ist er zu unbedeutend. Nicht weil er in der Opposition steht, das ist eine Sache der politischen Konjunktur und erledigt sich in dem Augenblick, in dem die Erweiterung vollzogen ist. Auch nicht etwa deshalb, weil er wertvolle Kräfte der zionistischen Arbeit abspenstig macht, denn er ist heute vornehmlich ein Sammelbecken für Unzufriedene aller Motive. Wohl aber deshalb, weil er bewußt versucht, in der zionistischen Jugend einen Illusionismus großzuziehen, der die Erziehung der zionistischen Bewegung von einer zu nichts verpflichtenden Romantik zu klarem politischen Verständnis um Jahre zurückwerfen könnte. Wir verwerfen die antiquierte Geschichtsauffassung, die uns einreden möchte, daß wir unser Ziel mit politischer Routine und diplomatischen Sensationen erreichen könnten. Gerade die Hitachduth, wie keine andere Gruppe, hat immer wieder darauf hingewiesen, wie gefährlich ein solcher Illusionismus ist, welchen schweren Anteil an Schuld er z. B. an der letzten großen Krise trägt. Der Zionismus soll sich dessen bewußt werden, daß man nicht mit verstaubten Requisiten der diplomatischen Geheimküche ein Wunder erringen kann, das uns über alle Schwierigkeiten hinweghilft, sondern daß nur unser e i g e n e r Mut u n d u n s e r e t: i g e n e En e r ^ie die Triebkräfte ^ind, 24

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