Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Mau hat den Allgemeinen Zionisten lvj*uismus vorgeworfen, weil sie sich nicht mehr allein die Kraft für dut Aufbau zutrauen, sondern die Nichtzionisten zu Hilfe rufen. Ich fcUtibr. daß der Vorwurf des Defaitismus eher auf diejenigen zurückfallt, K\w meinen, daß unser zionistisches Ideal und unsere Gesinnung /u >nhwach seien, um die Mitarbeit der Nichtzionisten ertragen zu kotttu-it Man hat uns den Vorwurf der MiUcttu.ithgkeit der Gesinnung gemacht, weil wir weder sozialistisch noch <»n Ii sozialistisch beten. Aber wir glauben, daß* nicht der Kampf um t-tn wirtschaftliches System, sondern der Aufbau unseres Landes uml ttiKores Volkes unser Ziel ist, und daß wir darum mit allen KtuMm t|cs Volkes, wenn auch unter Wahrung der sozialen Gerechtigkeit, zusammenarbeiten müssen. Man nennt uns „regierungstreu'4 und iiiriuf, daß wir der jeweiligen zionistischen Leitung kritiklos Folge U-Uu-u AIht man soll sich klar darüber sein, daß die Uebereinstimmun^ du Allgemeinen Zionisten mit der Politik der Leitung im tiefsten innerlh U begründet ist. In Wahrheit haben nämlich nur die Allgemeinen ZiouMm bisher die Leitung oder doch ihren Kern stellen können, weil K'^de aus den Kreisen der Allgemeinen Zionisten die Menschen hei vorläufigen sind, die — oft unter Zurückstellung persönlicher Ueber/uit-«iu»t:rn — bereit waren, alle Realitäten unseres Werkes zu berücksichtig-u und nicht einseitigen Prinzipien, sondern dem gesamten Aufbau de-* I .indes zu dienen. Die Poale-Zion und der 16. Zionistenkongrefj. Von Dr. Georg L u b j n s k i. Die allgemeinen Wahlplattformen der Partum sind bereits hinreichend besprochen und behandelt worden, so daß h hier eine vollständige Darstellung erübrigt. Wahlprogramme haben ja uLuhaupt den Nachteil, daß sie aus Gründen der Vollständigkeit immer nebu» -vjort realisierbaren, aktuellen Aufgaben auch Aufgaben sehen, die zwar wunder realisierbar, dafür aber eine stärkere, den Willen ergreifende Ma< ht blitzen. Oft genug wird gerade in Wahlprogrammen die Aufstellung unu Forderung schon für deren Realisierung genommen, das Verdienst tinu Partei, gefordert zu haben, wird von dem unkritischen Wähler höher # «-vlnt/t als die immer unvollkommene Verwirklichung von Forderungen un«r anderen Partei. In dieser Tatsache liegt ja die wahltaktisch meist ^uii^i^re Lage der Opposition im Verhältnis zu der jeweils regierenden Part»-; l;nd gerade innerhalb der zionistischen Bewegung, die aus starken mo.uiu hen Kräften gespeist wird und die einer außerordentlich unvollkommen Wirklichkeit gegenübersteht, ist das „Verdienst des Fordernd' ger^ :> hei Wahlen zu leicht anerkannt. Auf der anderen Seite ist es klar, da': „klare Besinnung auf die nüchterne Wirklichkeit'*, die Abkehr von epischen Forderungen1' für unsere Bewegung noch gefährlicher ist a.c Ueberschätzung des Verdienstes der Forderung. Hierin liegt der iy : -ies sachlichen und menschlichen Versagens der letzten Exekutive. Di*-. - <ekutive — dieser Vorwurf wird ihr von dem gesamten palästinensiv - >n jischuw gemacht — war 19