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Der jüdische Student · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Erneuerung der Zionistischen Organisation! Diese Parole ist untrennbar verbunden mit der Erweiterung der Jewish Agency, wenn diese Erweiterung" wirklich erhöhte Palästina-Arbeit bedeuten soll. Wir haben nur die Wahl, bei einem fortschreitenden Zersetzungsprozeß auch die sich uns eröffnendenneuen Quellen ungenützt verströmen zu lassen oder in machtvoller Entwicklung des zionistischen Gesamtkörpers zugleich auch in der neuen Repräsentanz den außerhalb unserer Reihen stehenden Freunden eine sinnvolle Tätigkeit zu erschließen. In diesem Augenblick dürfte kein Zionist sich geschlagen geben angesichts der Schwierigkeiten, die in den geplanten organisatorischen Maßnahmen stecken. Kein Zweifel, diese erweiterte Jewish Agency birgt zahlreiche Gefahren in sich, Gefahren, die naturgemäß mit einem so ungewohnten Schritt verbunden sein müssen. Es ist kein Kunststück, die möglichen und wahrscheinlichen Schwierigkeiten auszumalen; es kommt nur darauf an, was man sich selbst in der Arbeit zutraut und ob man an die Echtheit des jüdischen nationalen Lebens in Erez-Israel glaubt. Wer es für möglich hält, daß Galuth-Organisationen die Kraft haben, ein anrinationales Dasein in Erez-Israel zu erzeugen, wer glaubt, daß nur eine richtige Fernleitung das jüdische Volk in Palästina zu seinem eigenen Leben führen wird, der muß nicht nur die neue Agency ablehnen, der verlegt auch den Schwerpunkt des nationalen Seins in die Zionistische Organisation und nicht nach Palästina. Er verwechselt Mittel und Ziele, Tendenz und Leben. Nationalismus und Nation. Der Augenblick der Erweiterung der Jewish Agency verlangt heute eine Zionistische Organisation, die fähig ist zu einheitlicher nationaler Aktion, verlangt eine Verlebendigung und Verstärkung des Kerns, um den sich alle Gruppierungen scharen können. Ueberall erhofft man neues Kraftgefühl und neue zionistische Sicherheit von einer Konzentration der zionistischeis Kräfte. Es ist gelungen, den Teil der allgemeinen Zionisten, der auch nach dem Kongreß als Linkes Zentrum weiter bestand, davon zu überzeugen, dat* man im gegenwärtigen Augenblick gemeinsam an der Verbesserung und Vereinheitlichung der Zionistischen Organisation mitzuarbeiten habe. Die Erforderiichkeit eines starken Zionismus, der in seiner Basis „stamm'* zionistisch ist. soll heute allen klar werden, denen an der Zukunft der Zionistischen Organisation, was auch immer geschehen mag, gelegen ist. Der deutsche Zionismus kann auf die von ihm seit mehr als zehn Jahren durchgeführte Bündnispolitik hinweisen. Wir haben in der praktischen Arbeit den Beweis erbracht, daß gerade in der Kooperation der elementare Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionisten klar wurde. Welch irrige Vorstellung, daß die zionistische Bewegung nur in bakterienfreier Luft gedeihen könne! Wenn sie leben will, muß sie sich den Gefahren des jüdischen Lebens mit allen Infektionsmöglichkeiten aussetzen. Die Zionisten werden zu lernen haben, sich in der großen jüdischen Welt in ihrer Echtheit zu erweisen. Ob wir der Erweiterung der Jewish Agency gewachsen sind, ist ausschließlich eine Frage unserer Fähigkeiten, unserer menschlichen Kraft und unsere« zionistischen Mutes. In der neuen Situation soll man sich nicht auf Gruppen verlassen, die die Rolle des Aufpassers zu übernehmen versuchen, sondern auf diejenigen, die ein bestimmtes Ziel als Voraussetzung neuer Arbeit erreicht haben und

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