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Der jüdische Student · 1929-05-01 · Heft 5 (Mai 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 5 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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im Interesse des Aufbaues des Kartells, dessen Mirteljahrgänge vielfach :.nter ihrer wirtschaftlichen Unsicherheit leiden, sondern auch im Interesse des deutschen Zionismus, der von wirtschaftlich gesicherten Anhängern doppelte Leistungen erwarten könne. Die bisherige Berufshilfe sei auf den Zufall abgestellt und daher unzureichend gewesen. Es handele sich darum, sie auf lange Sicht zu organisieren, d. h. ihr Bestehen im Kartellbc wußtsein zu verankern und eine Zentralstelle zu schaffen, die laufend einen Ueberblick über die vorhandenen Bedürfnisse und Hilfsmöglichkeiten habe. Hierzu bedürfe es der Mitarbeit sämtlicher Kreise des Kartells. Zu scheiden sei die Hilfe für die eigentlichen freien Berufe von der Hilfe für Kaufleute und die vorwiegend unselbständigen akademischen Berufe wie: Diplomingenieure, Chemiker und Nationalökonomen. Die ersteren, insbesondere Aerzte und Rechtsanwälte, fänden im allgemeinen bald eine auskömmliche Existenz und bedürften nur der Förderung ihres Fortkommens durch Nachweis von Niederlassung?- und Assoziationsmöglichkeiten. Für die jüdischen Akademiker der zweiten Gruppe gebe es infolge des antijüdischen Wirtschaftsboykotts, insbesondere der antisemitischen Einstellung der Industrie, fast keine Existenzmöglichkeiten. Hier ist ein sofortiges Eingreifen erforderlich, um zahlreichen Bundesbrüdern, die vor dem Nichts stehen, zu einer bescheidenen Existenz zu verhelfen. Hilfe könne dadurch geschaffen werden, daß diejenigen Bundesbrüder, die über Einfluß in der Wirtschaft verfügen, auf die Einstellung von Bundesbrüdern in eigenen und nahestehenden Betrieben hinwirken. Ferner müßten die Erfahrungen dieser Bundesbrüder dem Kartell nutzbar gemacht werden, indem sie auf die Ausbildung der besonders schwierigen Berufsgruppen beratend Einfluß nehmen. Schließlich sei es erforderlich, weitere uns nahestehende Kreise, wie Gemeinden, Logen usw. zur Unterstützung unseres \X irfschaftsressorts heranzuziehen, und so den Kreis unserer Beziehungen über das Kartell hinaus zu erweitern. Die Frage einer jüdisch-akademischen Selbsthilfe in Deutschland werde immer dringender. Die Aufbringung von Barmitteln zur Unterstützung bedürftiger Bundesbrüder dürfte bei der allgemeinen finanziellen Inanspruchnahme der Zionisten sehr schwierig sein. Zu diesem Problem sprach dann als Korreferent Herr Dr. Pietrkowski: Angesichts des wachsenden Wirt-chartsantisemitismus, der abgesehen \f.r\ bewußt antisemitischer Einstellung auch durch wirtschaftliche Vorgänge bedingt sei, werde es notwendig, Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Man müsse sich allerdings darüber klar sein, daß diese nicht ausreichten, grundlegenden Wandel zu schaffen. Es käme in dieser Situation vor allem darauf an, innerhalb des K. J. V. darum bemüht zu sein, jedem Bundesbruder seine Existenz zu sichern. Die eine Möglichkeit hierfür sei mit der Berufsvermittlung gegeben, die durch ein gut organisiertes System von Vertrauensleuten im gamtn Reich zu dauernden Erfolgen gebracht werden könne. Ein zweites wichtiges Mittel sei die Unterstützung von Bundesbrüdern bei dem Aufbau ihrer Existenz, die zunächst auf die Angehörigen der freien Berufe bei ihrer Niederlassung beschränkt werden sollte. Er h;-J>e hierfür folgenden Plan vorzulegen: 2h

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