Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Es werde seiner Meinung nach möglich sein, unter den 1400 Alten Herren des K. J. V. etwa 300 ausfindig zu machen, die bereit waren, für eine große Unterstützungskasse eine selbstschuldnerische Bürgschaft bi^ zur Höhe von 1000 Mark zu geben. Diese Bürgschaften sollten durch ein Bank- oder Versicherungsinstitut realisiert werden, und so aus ihnen ein Unterstützungsfonds für Bundesbrüder gebildet werden, die Gelder für ihre Niederlassung benötigen. Selbstverständlich müsse darauf geachtet werden, daß die Betreffenden auch alle anderen ihnen zur Verfügung stehenden Mittel heranziehen, und daß ihre Niederlassung es von vornherein sicher erscheinen lasse, daß ^ie die ihnen zur Verfügung gestellten Gelder in einem brstimmten Zeitraum zurückzahlen könnten. Ein bestimmter Prozentsatz der ausgeliehenen Summe sollte dann spater als Zeichen der Anerkennung für die geleistete Unterstützung außer der zurückgezahlten Summe dem Fonds zur Verfugung gestellt werden, der so kontinuierlich anwachsen könnte. Seiner Meinung nach sei es auch durchau> angebracht und notwendig, die Leistung bestimmter zionistischer Pflichten bei der zur Verfügung-Stellung von Geldern festzulegen. Ein drittes Mittel, eine planvolle Berufsumschichtung, müs^e einer späteren Zeit vorbehalten bleiben. Nach einer lebhaften Debatte, in der die Realisierbarkeit de> Pietrkowskischen Planes von einigen Bundesbrüdern stark bezweifelt wurde, wurden folgende Vorschläge T u c h 1 e r s angenommen: Erstens die Verbindung mit den Bundesbrudern außerhalb des Reichs aufzunehmen, um durch sie Bundesbrüdern im Ausland eine Existenz zu verschaffen, oder doch wenigstens Informationen über Existenzmöglichkeiten in ihren Ländern zu erhalten; zweitens eine Kommission zu bilden, die sich a) mit einer genauen Durchberatung des Planes von Pietrkowski befassen sollte, b) vom Berufsressort in einzelnen Fällen in Anspruch genommen werden könnte. Auf Vorschlag von Feitelberg wurde dann Antrag 2b) in der Weise modifiziert, daß diese Kommission als eine standige dem Berufs¬ und Wirtschaftsressort beigegeben wird, und in regelmäßigen Abständen zu gemeinsamen Sitzungen mit den zuständigen Mitgliedern des Präsidiums zusammen kommt. In die Kommission wurden folgende Bundesbrüder gewählt. Feitelberg, Zwirn, Gerson, Perlis und Schmeidler. Die Kommission hat das Recht, mit Einverständnis des Präsidiums weitere Mitglieder aus Berlin und dem ganzen Reich zu kooptieren. Zum Schluß faßte Bundesbruder Lichtheim das Ergebnis des Abends zusammen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die .Arbeiten der Kommission für das Projekt von Pietrkowski schnell fortschreiten würden, damit man möglichst bald in einer erneuten Sitzung zu endgültigen Ergebnissen kommen könnte. 29