Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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schwung. Heute werden in ihnen 3 OoO Arbeiter beschäftigt. 1927 2& stieg* der Export um 700 800 000 £. Der Exportrückgang im Jahre 1028 ist zurückzuführen auf die Mißernte de^ vergangenen Jahres und betrifft nicht die Industrie. Der Auf>chwung vull/og sich zunächst im wesentlichen ohne neuen Kapitalzufluß von aulien; besonders ist zu verzeichnen, daß die nationalen Mittel leider nicht gesteigert wurden und daß trotzdem dieser Umschwung eingesetzt hat. Auch bevölkerungspolitisch war die Entwicklung nicht so ungünstig wie oft angenommen wird. Im Jahre 1026 (Beginn der Krise) wanderten ein 13 000 Personen, es wanderten aus 5 OCX) 1027 wanderten ein 2 500 es wanderten aus 5 000 1928 ist Einwanderung und Auswanderung ausgeglichen; ca. 2300 Ein- und Auswanderer. Berücksichtigt man den Geburtenüberschuß, so schließt der Jischuw trotz der Krise mit einem aktiven Saldo ab. All das hat der Jischuw aus eigener Kraft geleistet, mit nur zeitweiliger geringer Unterstützung der Regierung. Die Regierung hat ein Budget von 2ij Millionen C. Der Etat wird zu 30*'o von Juden aufgebracht. Unter dem Einfluß des früheren High Commissioner Lord Plurner zeigte die Regierung 1927 eine größere Aktivität zugunsten der Juden. Es scheint jedoch, daß wir heute in einer erneuten Epoche der Reaktion stehen. Man hat den Eindruck, daß unter dem neuen High Commfssioner die antijüdischen Elemente in der Regierung an Einfluß zunehmen. Beim Hafenbau in Haifa zum Beispiel werden kaum jüdische Arbeiter beschäftigt. Das Budget der Regierung wird für militärische Zwecke und Schuldenzahlung verwendet, statt für produktive Förderung des Jischuw. Bei den Arbeiten der Regierung und Stadtverwaltungen (Jerusalem, Haifa, Jaffa) werden infolge der antisozialen Lohnpolitik der Regierung Juden nicht als ungelernte Arbeiter aufgenommen. Es ist einstimmige Meinung des ganzen Jischuws, daß die Regierung den Aufbau nicht nur nicht fördert, sondern stellenweise geradezu boykottiert. Sie kann sich das erlauben, weil die zionistische Leistung zu schwach ist. Eine ausschließliche Politik der Pressionen auf die Regierung ohne starke Steigerung der zionistischen Arbeit im Lande, ständige Vermehrung der jüdischen Bevölkerung usw., wie sie die Revisionisten wollen, ist aber irrig und aussichtslos. Auch die Exekutive hat in den Jahren der Krise zunächst einen rein fiskalischen Standpunkt eingenommen. Sie stellte sich auf Konsolidierung des Budgets ein und verschloß sich allen ökonomischen Notwendigkeiten. Auch hier war sich der ganze Jischuw einig gegen diese Art der Politik. Und so gab . die Exekutive bei entscheidenden Streitigkeiten nach, weil die Notwendigkeiten stärker waren. Der Einfluß der Zionistischen Exekutive; V ar aber in diesen zwei Jahren in Palästina kaum fühlbar, weder politisch noch ö k o n o m i sc h. Irn allgemeinen standen zur Ueberwindung der Krise fast keine Mittel der Exekutive bereit. Die /Besserung ist fast nur den ökonomischen Kräften des Jischuw zu danken