Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Was die Zeit des Fuchsenunterrichts betrifft, so ist zu bemerken, daß keineswegs jede Fuchsenstunde einen Abend für sich zu beanspruchen braucht, vielmehr kann sie durchaus entweder vor eine andere Veranstaltung (z. B. Convent, Vortrag) gelegt werden, oder, besonders an kleineren Universitäten und wo ein Aktiver oder Inaktiver den Fuchsenunterricht gibt, auf eine andere Tageszeit. Zeit für Erziehungsarbeit kann besonders dadurch eingespart werden, daß die Convente von kleinlichen. und langatmigen Debatten befreit und nur wirklich wichtigen und prinzipiellen Dingen, über die ein Beschluß notwendig ist, gewidmet werden. Die übrigen Angelegenheiten können die Chargierten allein erledigen. Das Burschenexamen, das die Fuchsenzeit abschließt, soll die obengenannten Gegenstände umfassen, mit Ausnahme des Hebräischen, für welches die Prüfung erst später stattfindet. Es soll beim Examen natürlich Wert auf gute positive Kenntnisse gelegt, vor allem aber festgestellt werden, ob der Fuchs in Tendenz die Probleme der zionistischen Gegenwart und Vergangenheit erfaßt hat und die Strömungen innerhalb des Judentums und Zionismus in ihrer Wesenheit erkennt und darzustellen weiß; in Geschichte und Palästinakunde, ob ihm die Zusammenhänge klar geworden sind. Die schriftliche B u r s c h e n a r b e i t ist da, wo sie nicht mehr besteht, wieder einzuführen. Es ist dafür ein Thema zu stellen, durch dessen Darstellung der Fuchs weniger seine positiven Kenntnisse als sein Verständnis erweisen kann. — Das Fuchsenexamen nach dem 1. Semester hat sich früher bewährt; seine Einführung wird auch jetzt empfohlen, besonders, weil sich bei dieser Gelegenheit oft erweist, ob ein Fuchs für uns geeignet ist oder nicht. Auf dem Gebiet des Burschen-Unterrichts wird es in den nächsten Semestern wichtig sein, durch gemeinsames Studium bei den Burschen nachzuholen, was in ihrer Fuchsenzeit versäumt worden ist, insbesondere bezüglich jüdischer Geschichte, Geschichte des Zionismus und Palästinas. Wo dies nicht nötig ist, wird empfohlen, für ein Semester bestimmte Themenkomplexe vorzunehmen, die aktueller Art sein können, aber nicht müssen. Am empfehlenswertesten sind von vornherein festgelegte Zyklen von Referaten, die verteilt werden, wo aber jeder sich zu dem einzelnen Abend vorbereitet. Auf Beschluß des Präsidiums ist bei diesem eine Kominission, bestehend aus den Bundesbrüdern Ludwig Mayer, Max Mayer, Georg Herlitz, Gerhard Hold heim, Siegfried Kanowitz gebildet worden, welche beauftragt ist: 1. mit der Herstellung eines Literaturverzeichnisses für den Tendenz- und Palästina-Unterricht, 2. mit der Ausarbeitung von Vorschlägen für die Systematik des Tendenz-, Palästina- und des hebräischen Unterrichts. 3. mit der Zusammenstellung von geeigneten Themen für Burschenarbeiten, 4. mit der Vorbereitung eines Kurses für Leiter von Tendenz-Fuchsenstunden, der am Beginn des Wintersemesters stattfinden soll. 5. " mit der Zusammenstellung von Themen zur Erörterung im Kreise der Burschen oder innerhalb der ganzen Verbindung. Das Präsidium des K.J. V* Erziehungs - Ressort* gez. Ludwig Mayer. 7