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Der jüdische Student · 1929-05-01 · Heft 5 (Mai 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 5 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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sozialistische und orthodoxe mit Erörterung der Quellen dieser Strömungen, des Sozialismus und der Orthodoxie, Revisionismus. Diesen Dingen wäre ungefähr die Hälfte des 2. (Winter-) Semesters zu widmen, hieran zeitlich anschließend und den Rest des 2. Semesters füllend die Darstellung des gegenwärtigen Palästina. Besonders wichtig für den Tendenz-Unterrient ist, daß er nicht rein in Form von Vorträgen des Unterrichtenden gegeben wird, sondern seminarmäßig in Form gemeinsamer Erörterungen und, falls Literaturwerke besprochen werden sollen, mit Referaten der Füxe selbst über den Inhalt dieser Werke. Geschichte. Moderne Geschichte seit der Emanzipation wäre im 1. Semester zu lernen, weil sie für das, was der Tendenz-Unterricht im I.Semester bringt, in vielem die Beispiele liefert. Alte jüdische Geschichte, besonders die Zeit der Bibel und der Entstehung der Mischna, sollte möglichst im 2. Semester gelehrt werden, falls ein geeigneter Lehrer dafür da ist, anderenfalls ist sie dem Privatstudium zu überlassen. Hebräisch. Der Unterricht im Hebräischen braucht erst im 2. Semester zu beginnen, ist aber während der ganzen weiteren Fuchsen- und Burschenzeit ununterbrochen durchzuführen. Er soll zum Ziel haben, daß der K. J. Wer längstens am Ende seiner Inaktiven-Zeit unpunktierte alte und moderne Literatur lesen und verstehen kann, wenn sie nicht allzu schwer ist, daß er ferner einfachere Dingt in Hebräisch auszudrücken versteht. Dieses Ziel ist durchaus zu erreichen, wenn unbedingt in jedem Semester von Verbindungswegen dafür gesorgt wird, daß der hebräische Unterricht im Semester ohne Unterbrechung durchgeführt wird, und wenn sich die Bundesbrüder auch in den Ferien mit Hebräisch beschäftigen. Comment. Der Comment-Unterricht ist, da er insbesondere die Einführung in Geschichte und Aufbau des Kartells darstellt, zweckmäßigerweise ins 1. Semester zu verlegen. Er wird nur einen Teil des Semesters beanspruchen. Es würde sich also folgende Einteilung ergeben: 1. Semester: Tendenz 1. Teil, neue Geschichte, Comment; 2. Semester: Tendenz 2. Teil und Palästina, Hebräisch, alte Geschichte. Um eine wirklich vollgültige Fuchsenerziehung in obigem Sinne durchzufuhren, fehlt heute sehr viel. Es fehlt vor allen Dingen an Bundesbrüdern, die die genannten Gegenstände wirklich souverän beherrschen, es fehlt ferner an Literatur-Zusammenstellungen, an einem Fuchsen- Kompendium usw. Diesen Mängeln abzuhelfen wird die Aufgabe der kommenden Semester sein. Inzwischen muß trotzdem der Fuchsenunterricht so gut durchgeführt werden, wie es mit den vorhandenen Mitteln möglich ist. Dabei ist wichtig, zu erkennen, daß der eigentliche Fuchsenunterricht nur einen Ausschnitt aus der gesamten Fuchsenerziehung bildet, welche vor allem durch die standige Einwirkung der älteren auf die jüngeren ßundesbrüder nicht nur bei den eigentlichen Veranstaltungen der Verbindungen, sondern während des Zusammenlebens der Bundesbrüder im Rahmen der Verbindung erfolgt. (Besonders wichtig ist die Einwirkung des Leibburschen auf den Leibfuchs.) <j

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