Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 26 (1929)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Aufbau des Unterrichts im K. J.V* Unsere Existenzberechtigung als besondere StudentenorganKation besteht nur darin, daf< wir 1. bei unseren Bundesbrudern ein ziemlich einheitliches allgemeines Wissens- und "Bildungsniveau haben und deshalb von höheren Voraussetzungen ausgehen können, als andere jugendvereinigungen, 2. daß ihnen mehr Zeit zur Beschäftigung mit autterberuilichen Dingen zur Verfügung steht, als gleichartigen Jugendlichen in anderen Berufen. Deshalb sind wir imstande und verpflichtet, unseren Bundes« brüdern eine Erkenntnis und Kenntnis der Dinge des Judentums zu vermitteln, die sie befähigt, Stellung zu nehmen, fundierte Urteile in jüdischen Dingen zu bilden und auf andere zu wirken. Diesem Zweck dient in erster Linie der Fuxen-Unterricht. Er soll die Grundlagen vermitteln, auf denen die Erkenntnis vorn Zionismus als Lösung d.r Judenfrage sich aufbaut, und die Fuxe in die gegenwärtigen Probleme des Zionismus und Palästinas hineinfuhren. Es ist dringend wünschenswert, daß der F u x e n Unterricht in den Grundzügen im ganzen Kartell einheitlich gestaltet wird, schon deshalb, um bei Wechsel der Verbindung, der in der Fuxenzeit sehr häufig ist, zu erreichen, daß der Fuxenunterricht im 2. Semester eine Fortsetzung desjenigen im 1. Semester darstellt. Der Stoff des Fuxenunterrichts hat sich seit der Vorkriegszeit gewaltig vermehrt. Manches ist völlig neu hinzu gekommen, wie Hebräisch manches hat ungeheuer an Umfang gewonnen, wie Palästina-Kunde. Unentbehr- Hch sind folgende Fächer: 1. Tendenz, d.h. Grundlage der zionistischen Idee und Darstellung der Entwicklung der zionistischen Bewegung bis heute. 2. Palästina (das Land und seine Bewohner, Entwicklung und jetziger Stand des Aufbauwerkes). 3. Jüdische Geschichte (moderne und frühere). 4. Hebräisch. 5. Die sogenannte Comment-Fuxenstunde (Allgemein-Studentisches, Kartellgeschichte, Kartellordnung, usw.). Hiervon ist die Tendenz-ruxenstunde bei weitem die wichtigste. Der Stoff ist zu umfangreich, um in einem Semester erledigt zu werden, zumal das 1. Semester fast immer ein Sommersemester ist. Auf der anderen Seite wird es mit Rücksicht auf die anderen, im 2. Semester zu behandelnden Gegenstände meistens nicht möglich sein, dem Tendenz - Unterricht das 2. Semester voll zu widmen. Es wird daher zweckmäßig sein, Tenderiz- und Palästina-Unterricht in folgender Weise zu verbinden: Im ersten Semester werden die Grundlagen des Zionismus behandelt: Lage der Juden, Judennot, Antisemitismus, Assimilation, Nationalismus, die zionistische Erkenntnis (Heß, Pinsker, Herz!, Achad Haam). Im zweiten Semester: Geschichte der zionistischen Bewegung und der Kongresse, ihre vergangenen und gegenwärtigen Fragen, z. B. Territorialismus, politischer und praktischer Zionismus, Gallith und Palästina, die verschiedenen Strömungen innerhalb des Zionismus, insbesondere die 5