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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 53)
Language
German
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Emst Alexander macht zunächst einige kritische Anmerkungen zur Rede von Nebenzahl und äußert sich dann zur Präsidialarbeit. „Das Präsidium hat nicht nur hier, sondern auch in sehr vielen Rundschreiben das gezeigt, was als die satte Zufriedenheit mit sich selbst bemängelt wurde. Und ich' verstehe nicht, daß man glaubt, mit dieser Zufriedenheit das K. J. V. weiter zu bringen. Wir haben gar keinen Grund zur Zufriedenheit. Wir werden heute dieses Präsidium wiederwählen müssen, aber die Aktivitas steht nicht hinter den Meinungen dieses Präsidiums." Mittagspause. Nach der Mittagspause konnten die Reden der Bnndesbrüder aus technischen Gründen nicht mehr mitstenographiert werden. Sie erscheinen daher hier stark gekürzt in indirekter Rede. Paul Arnsberg fordert ein maximales Erziehungsprogramm. Nicht die Erwerbung von Kenntnissen müsse erreicht werden, sonderni der Wille zum Dienen. Neutralität des Kartells in parteipolitischer Hinsicht sei notwendig, aber nicht in national politischer. Man könne nicht gleichzeitig zum Zionismus und zum binationalen Staat erziehen. Paul Schurmacher akzeptiert Lichtheims Grundauffassung vom K. J. V. als einer Avantgarde, lehnt aber seine Konsequenzen ab. Man könne Politik nicht zu einer Art wissenschaftlicher Betrachtung machen, sie müsse Weitanschauung sein. Licht heims radikale Erziehungsforderungen ständen im Gegensatz zu seinem Wunsch, den Bundesbrüdern den Seelenfrieden wiederzugeben. Die Tatsache, daß kein Aktiver sich zur Debatte gemeldet habe, sei beängstigend. Der augenblickliche Zustand des Kartells sei der zionistischer Belanglosigkeit. Unter diesen Umständen dürfe man dem Kartell keinen Seelenfrieden predigen. Man fordere vom Präsidium eine klare, sichere Führung. Ludwig Mayer vertritt die Meinung, die Auseinandersetzung mit den Tagesströmungen können nicht im Vordergrund der Erziehung stehen. Die Feststellung, ob solche Strömungen „Modeströmungen" seien oder nicht, könne heute nicht getroffen werden. Wir dürften uns von ihnen jedenfalls in unserem Zionismus weder erschüttern, noch bestimmen lassen. — Da es dem Kartell an der ausreichenden Zahl von Aktiven zur Durchführung der Erziehungsarbeit fehle, müsse man die jüngeren Alten Herren zur Erziehungsarbeit iheranziehen. Mit ihrer Hilfe und durch ihr Vorbild solle das Idealbild des verantwortungsbewußten K. J. V.ers wieder erstehen, dessen wir in unserer pädagogischen Arbeit bedürfen. — Den eindeutigen, klaren Weg nach Palästina könne das Kartell keinem Bundesbruder zeigen. Aber da die ständigen Alijah von K. J- V.ern eine Lebensnotwendigkeit des Kartells darstelle, müsse man in den Bundesbrüdern den Willen dazu erziehen und ihnen bei der Ansiedlung im Lande heifein. Hermann Stahl weist darauf hin, daß das Einleben in Erez-Israel ebenso wie das Zusammenleben mit unseren ostjüdischen Bundesbrüdern hier in Deutschland ein Höchstmaß jüdischen, geschichtlichen und kulturgeschichtlichen Wissens und große hebräische Kenntnisse voraussetze. Das junge Kartell müsse das Erlernen dieser Dinge als seine oberste Pflicht an- 5S

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