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Der jüdische Student · 1929-04-01 · Heft 3-4 (April 1929) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
26 (1929)
Issue
Heft 3-4 (April 1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 49)
Language
German
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nisten und Sozialisten sind .über die van ihnen nicht durchschaute nationale Gliederung ihrer Verbände zu belehren. Auf der Grundlage der Schriften von Otto Bauer und Karl Renner ist zionistisch weiter zu bauen. Wir können nicht die Tatsache der wirtschaftlichen Gliederungaufheben, Bannfläche und ablehnende Forderungen nützen da nichts. Wir können aber die Erforderlichkeit des jüdisch-nationalen Zusammenhanges und des Zionismus als Voraussetzung für die vollberechtigte Mitarbeit von Juden im sozialen Leben darstellen, und den Nachweis erbringen, daß ein reiner Sozialismus ohne nationale Färbung nirgends existiert. Erst innerhalb der Nation sind auch sozialistische Forderungen sinnvoll zu gestalten. Hohe Schulung erfordert die Zionisierung jener jugendlichen Kreise, die unser zionistisches Vokabularium am stärksten übernommen haben, die die ganze Pathologie des Zionismus anerkennen und nur seine Therapie ablehnen. Es handelt sich um Gruppen, die sich bemühen, den Zionismus als ein überwundenes Stadium jüdischer Entwicklung hinzustellen', die Dreiviertel unserer Forderungen übernehmen, ohne von der Notwendigkeit unserer Konsequenzen überzeugt zu sein. Soweit es Menschen sind, denen die nötige seelische Spannung fehlt, zu kraftlos zu einer letzten Entscheidung, werden sie, wie übrigens auch manche unserer Bundesbrüder, dem Zionismus niemals ganz erliegen können. Die anderen sind aber zu überwältigen, wenn wir die Fähigkeit haben, neben der subjektiven Judenfrage, die uns früher ausschließlich beschäftigte, heute auch die objektive Judenfrage unserer Tage, d. h. die reale jüdische Situation der letzten Jahre, zu beleuchten. Unsere Bundesbrüder müssen auch dieses verstehen, um sich in ihrem Zionismus dauernd zu behaupten und um wirklich für den Zionismus werben zu können. Jeder Bundesbruder muß auf Grund von Kenntnissen und Erfahrtingen darüber Bescheid wissen, daß die jüdische Situation im Gallith aussichtslos und ausweglos ist, daß Palästina der Regulator des jüdischen Lebens ist, die einzige Stätte, auf der jüdisches Leben seine eigentliche Zukunft haben kann. Da es schwer ist als Zionist zu leben, muß der Gefahr der Ablenkungen vom eigentlichen Ziele in der Erziehung begegnet werden. Galuthpolitik, Gemeindepolitik, Kulturpolitik können niemals gegen die direkte zionistische Aktion ausgespielt werden. Jeder K. J. V.er muß lernen, daß diese Parolen nur als Mittel zu unserem eigentlichen Ziele und nur mit seiner gleichzeitigen Verwirklichung ihre Bedeutung haben. Sie sind wertlos und sinnlos, wenn die direkte Aktion darunter leidet und wenn die Verwirklichung des Baseler Programms durch Absorption von Kräften gefährdet wird. Wir müssen Schulen gründen, wir müssen die Jugend vorbereiten, damit ein neues Geschlecht mit stärkerem Palästinawillen erfüllt ist, aber nicht weil wir die Hoffnung haben, zionistische Ziele auch ohne Baseler Programm erreichen zu können. Dies sei auch der Sportbewegung gesagt, obwohl ich in ihr ein Erstarken der zionistischen Tendenzen zu erkennen glaube. Der junge Zionist muß heute kennenlernen und denken können, um sich in der Welt unserer Tage kämpfend behaupten zu können. Dann wird er heute die richtigen Maßstäbe für alles zionistische Geschehen haben, dann wird die zionistische Leidenschaft, ohne die niemand auf die Dauer 49

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